Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke wirbt für regelmäßige finanzielle Hilfen für die Opfer von Zwangsdoping in der DDR. Viele der ehemaligen Athletinnen und Athleten seien auf dauerhafte Unterstützung angewiesen, heißt es in Zupkes Jahresbericht.
«Das DDR-Sportsystem hat nicht nur Medaillen und Weltmeister produziert», betonte Zupke. «Das staatliche Zwangsdoping ist verantwortlich für Tausende Menschen, die bis heute an körperlichen und seelischen Folgen leiden.»
Mit dem «Staatsplan 14.25» habe das SED-Regime 1974 ein staatlich organisiertes und flächendeckendes Doping-Programm eingeführt, um «die vermeintliche Überlegenheit des Sozialismus zu demonstrieren», schreibt die Opferbeauftragte. Bis 1989 seien 10.000 bis 15.000 junge Leute regelmäßig ohne ihr Wissen oder Aufklärung überwiegend mit anabolen Steroiden gedopt worden - ein «eklatanter politischer Missbrauch», meint Zupke.
Nötig ist aus ihrer Sicht ein Gesetz, das den Betroffenen Zugang zum sogenannten Sozialen Entschädigungsrecht einräumt. Dann hätten sie eine Chance auf monatliche Zahlungen, die je nach Grad der Schädigung mehrere Hundert Euro betragen könnten.