Die sächsische Steuer- und Finanzverwaltung möchte die Betriebsprüfungen beschleunigen und geht dabei neue Wege. Man wolle die Kosten sowohl für die Unternehmen als auch für die Steuerverwaltung senken und vor allem die Prüfungsdauer deutlich verkürzen, gab das Finanzministerium bekannt. «Über eine Milliarde Euro an Steuernachforderungen gingen im Ergebnis von Betriebsprüfungen zwischen 2020 und 2025 an den Fiskus. Doch das Verfahren ist zeitlich sehr aufwendig und für alle Beteiligten mit viel Bürokratie verbunden», hieß es zur Begründung.
Verwaltung und Firmen sollen gleichermaßen profitieren
«Betriebsprüfungen sichern Steuergerechtigkeit und fairen Wettbewerb. Gleichzeitig dürfen sie Unternehmen nicht über Gebühr beanspruchen. Mit der Express-Bp testen wir deshalb ein Verfahren, das schneller und fokussierter arbeitet. Davon sollen Unternehmen und Steuerverwaltung gleichermaßen profitieren», betonte Finanzminister Christian Piwarz (CDU).
Das Projekt zu den steuerlichen Betriebsprüfungen reiht sich in die Initiative der sächsischen Staatsregierung zum Bürokratieabbau und zur Staatsmodernisierung ein.
Prüfungsdauer im Schnitt bei 315 Tagen
Nach Angaben des Finanzministeriums wurden von den 339.019 Betrieben in Sachsen im vergangenen Jahr insgesamt 5.090 geprüft. Bei ihnen ergaben sich Steuernachforderungen in Höhe von insgesamt rund 140 Millionen Euro. Die Summe der Steuernachforderungen für die Jahre 2020 bis 2025 beläuft sich auf rund 1,14 Milliarden Euro. 2025 waren 453 Betriebsprüfer für die Steuerverwaltung tätig. Die durchschnittliche Prüfungsdauer lag bei 315 Tagen.
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