Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) hält angesichts zunehmender Gewaltkriminalität ein schärferes Jugendstrafrecht für geboten. Bei einer Debatte im Landtag warb sie für eine Reform. Es könne keine zwei Meinungen darüber geben, dass man handeln müsse. «Die Situation ist ernst», sagte die Ministerin. Die Gewaltkriminalität nehme zu und habe 2024 mit bundesweit mehr als 217.000 Fällen einen neuen Höchststand erreicht. Besonders die Zunahme bei tatverdächtigen Kindern um 11,3 Prozent und bei Jugendlichen um fast vier Prozent bereite Sorge.
Hemmschwelle für Gewalt sinkt, Radikalisierung im Netz
Der Grad der Verrohung deute darauf hin, dass hier gesellschaftlich sehr viel mehr ins Wanken gerät, sagte die Ministerin. Vor allem auch Kinder und Jugendliche selbst seien als Opfer von Jugendkriminalität betroffen. Die Gründe für diese Entwicklungen seien vielfältig. Geiert nannte etwa eine Zunahme von Drogenkonsum, sinkende Hemmschwellen für Gewalt bei jungen Migranten und Radikalisierungen im Internet und Social Media.
Ministerin wirbt für Reform des Jugendstrafrechts
Geiert warb für eine Reform des Jugendstrafrechts. Die aktuelle Situation entspreche kaum noch der Ausgangslage, in der das Jugendgerichtsgesetz vor vielen Jahren in Kraft trat. Deshalb brauche man ein Paket für einen besseren Jugendschutz, um kriminelle Karrieren zu verhindern, bevor sie entstehen.
Nach Ansicht der Ministerin muss die Cannabis-Gesetzgebung auf ein Maß zurück, das die Kriminalität bekämpft und die Gesundheit der jungen Leute schützt. Dafür werde sich Sachsen auf Bundesebene einsetzen. Zudem unterstütze man den Vorschlag aus Bayern zur Einführung eines gerichtliches Verantwortungsverfahren für kriminelle strafunmündige Kinder.