Die sächsische SPD will ein weiteres Schulsterben verhindern. Hintergrund ist die Sorge, dass Schulen aufgrund von rückläufigen Schülerzahlen in den kommenden Jahren dichtmachen. SPD-Partei- und Fraktionschef Henning Homann verwies in Dresden auf Prognosen, wonach 2040 im Schnitt nur noch 60 Prozent der heutigen Schülerinnen und Schüler da sind. In den Großstädten könne der Anteil sogar darunter liegen.
Homann sieht mehrere Stellschrauben für Lösung des Problems
«Wichtig ist, dass wir bei der Erhaltung unserer Schulstruktur frühzeitig handeln, dass wir dann tätig werden, wenn wir noch etwas gestalten können», sagte Homann. Es gehe darum, so viele Schulen wie möglich zu erhalten. Man müsse über Mindestanmeldezahlen genauso sprechen wie über die Zahl der Klassen pro Jahrgang, längeres gemeinsames Lernen und jahrgangsübergreifenden Unterricht. «Das sind die wichtigsten Stellschrauben (...) Hier herrscht akuter Handlungsbedarf.»
Homann verwies auch in anderer Beziehung auf einen großen Reformbedarf. «Wer Zukunft gestalten will, der kann sich nicht nur in der Tagespolitik verfangen, sondern der muss auch bereit sein, die großen Fragen in der Gesellschaft anzufassen.» Reformen bedeuteten, Dinge zu verbessern. Es gelte offen und ehrlich zu sein. Seine Partei sei reformbereit. «Ich möchte an dieser Stelle auch generell alle politischen Parteien in Sachsen dazu aufrufen, sich den notwendigen Reformen und den dafür notwendigen Diskussionen zu stellen. Denn es gibt ohne Frage viel zu tun.»