Erotikshops in einer Zeit des Umbruchs: Eine neue Ausstellung in Erfurt beleuchtet die Welt des Erotikhandels in der ostdeutschen Provinz. «Das Thema mag skurril wirken, aber es steckt natürlich ganz viel Zeitgeschichte drin», erklärt Uta Bretschneider, Kulturanthropologin und Direktorin des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle (Saale).
Zusammen mit dem Historiker Jens Schöne hat sie ein Buch über den Erotikhandel in Ostdeutschland seit den Umbruchjahren ab 1989 veröffentlicht. Die gleichnamige Sonderschau «Provinzlust. Erotikshops in Ostdeutschland» zeigt ab Donnerstag im Museum für Thüringer Volkskunde die Fotografien von Karen Weinert und Thomas Bachler. Diese seien bei den Recherchen entstanden und zeichneten sich durch ihren «dokumentarisch malerisch schönen» Charakter aus, sagte Bretschneider. Die Ausstellung ist bis zum 25. Oktober in der thüringischen Landeshauptstadt zu sehen.
«Es sind vor allem Einblicke in Lebenswelten, die man vielleicht so nicht erwartet, und in Berufswege, die vielleicht ganz erstaunlich sind», sagt Bretschneider. Die Ausstellung richte den Blick zudem auf die Provinz jenseits der großen Städte.