Ob Herbert Roth damit gerechnet hatte? Auch 75 Jahre, nachdem er es als Komponist und Sänger erstmals öffentlich vorgetragen hatte, wird das Rennsteiglied noch gefeiert. Oft wird es als «heimliche Hymne» Thüringens beschrieben; es gilt als musikalische Liebeserklärung des Suhlers Roth (1926-1983) an seine Heimat.
Als Roth und seine Instrumentalgruppe das Rennsteiglied 1951 zum ersten Mal in einem Gemeindesaal in Hirschbach bei Suhl öffentlich spielten, soll es – so die Überlieferung – mit heftigem Applaus gefeiert worden sein. In den drei Strophen geht es um die Verbundenheit zur Natur und die Freude am Wandern und natürlich um den Rennsteig – den nicht ganz 170 Kilometer langen Höhenwanderweg im Thüringer Wald.
Die Zeile «Am Rennsteig, wo ich wandere» soll Roth selbst geschrieben haben, später dichtete sein Jugendfreund Karl «Kaschi» Müller (1925–2011) den Text mit der bekannten Anfangszeile «Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land».