Ich muss zugeben, dass mich die Tatsache, dass Mazze Wiesner bei „The Voice of Germany“ einen Vierer-Buzzer bekam, weniger beeindruckte als ratlos hinterließ: ich hatte die Sendung noch nie gesehen. Buzzer waren mir bis heute fremd (da hatte ich Buzzer-Nachhilfe genommen) – aber der Mazze Wiesner, der 2021 die vier Jurymitglieder der Castingshow zum Buzzen brachte, brauchte ja nicht einmal einen Sieg, um seinen Weg zu gehen. Und der führte ihn von einem musikalischen Elternhaus mit allerlei Anreizen zum Lernen vieler Instrumente über ein niedliches kleines blaues Mickey-Mouse-Schlagzeug, mit dem er (vor dem Fernseher) Phil Collins (natürlich im Fernseher, aber eigentlich auf der Waldbühne in Berlin) begleitete. Das Konzert war am 15. Juli 1990, ist jetzt also auch schon ziemlich genau 36 Jahre her.
Aus der Mickey-Maus-Ecke hat sich der heute 41jährige Mazze Wiesner systematisch hochgetrommelt. Und -gesungen. Und -gespielt – am Klavier, an der Gitarre, am Bass. „Ich bin Multiinstrumentalist!“, konstatiert er – alles selbst beigebracht, dem musikalischen Familienumfeld sei Dank. Aber dennoch wollte die Familie, dass der Junge was Solides lernen sollte. Also schrieb er sich nach dem Abitur zunächst für Zahnmedizin ein. Aber schon sechs Wochen nach Studienbeginn kam das Angebot einer Band: einen Schlagzeuger suchten sie für ihre Tour. Da reichte das verdiente Geld schon für mehr als ein Toastbrot in der Woche – und als dann der Keyboarder krank wurde, konnte der Mazze auch einspringen. Oder mal den unpässlichen Gitarristen ersetzen – und singen konnte er ja auch noch! Kurzum: aus Zahnarzt Dr. Wiesner wurde nichts, er hing das Studium an den Nagel – und entschied sich alternativ und etwas näher dran an der gelebten Praxis für ein Pädagogikstudium mit Schwerpunkt Musikerziehung, das er auch erfolgreich abschloss („da hatte ich dann mein Jodeldiplom!“).