Logo Die Sachsen News
Nachrichten / STIPvisiten

Tolles Konzept im Escama: Der Fischmarkt im Restaurant

Fischgericht
Ein Fisch, zwei Zubereitungsarten. Im Escama in Faro ist das machbar (Bild: Ulrich van Stipriaan)
Von: Ulrich van Stipriaan
Außergewöhnliches Fischrestaurant in Faro mit direkter Auswahl am Stand, fachkundiger Küchenberatung und kreativen Zubereitungen wie Bulhão Pato und Sashimi Braseado.

Von außen betrachtet könnte man vorbeigehen an diesem Restaurant, aber auf den zweiten Blick ist das Escama ein durch und durch außergewöhnlicher Ort gleich zu Beginn des Vergnügungsviertels von Faro. Beim flüchtigen Blick ins Innere des Restaurants könnte man ja denken, das sei ein Fischladen oder ein Stand auf dem Fischmarkt – und genau das ist die Idee (also nicht, dass Sie das denken, sondern wie es da so ist): „Sprechen Sie mit den Fischhändlern, um Ihren Fisch am Stand auszuwählen“ steht auf der Karte, die zu Beginn des Besuchs gereicht wird. Neben dieser netten Aufforderung gibt es schon einen dezenten Hinweis auf das, was dann an der Theke passiert: ein Fachgespräch mit den Köchen über die Zubereitungsart.

Das klingt alles ungewöhnlich und vielleicht auch ein wenig verrückt – aber eigentlich ist es die kundenfreundlichste Idee eines Restaurants – und man kommt hervorragend mit den Köchen ins Gespräch. Sie erklären die Fischarten – man muss ja nicht alle kennen, und die portugiesischen Bezeichnungen helfen ja auch nicht immer. Das liegt auch daran, dass das Restaurant bevorzugt Fische und Meeresfrüchte anbietet, die direkt vor Ort gefangen werden und die man daher nicht unbedingt kennt. Von den Kilopreisen der Ware sollte man sich nicht abschrecken lassen: Meine Wahl fiel auf eine Bica, eine lokale Brassenart, 80 € fürs Kilo. Aber die für mich ausgesuchte Rotbrasse (oder auch Dorade rosé) war ja relativ klein (400 g, also 32 €)). Dennoch war sie groß genug, um auf zweierlei Art serviert zu werden. Denn man kann sich im Escama aus einem Fisch je nach Größe zwei bis drei oder gar vier verschiedene Gerichte zubereiten lassen.

Mehr aus dieser Kategorie

Die Köchin und mein Bica (Bild: Ulrich van Stipriaan)
Die Köchin und mein Bica (Bild: Ulrich van Stipriaan)

Die Empfehlungen der Chefs für diverse Zubereitungsarten hatte ich ja schon auf der Karte gelesen, aber die Beratung lohnte sich dennoch, und so landete ich bei der klassischen portugiesischen Zubereitungsart Bulhão Pato. Meistens genießt man Venusmuscheln in dieser aromatischen Brühe aus gutem Olivenöl, reichlich gehacktem Knoblauch, Weißwein und frischem Koriander, aber die kräftigen frischen Aromen taten der Bica auch sehr gut. Pro-Tipp meiner Bedienung: auf jeden Fall Brot dazu bestellen, um die Sauce aufzutunken! Angesichts der Frische der Fische hatte ich mir im Gespräch mit der Köchin Ceviche oder Sashimi gewünscht. Sie empfahl mir aber sehr eindringlich die Variante Sashimi Braseado – also nicht wirklich gebraten, sondern lediglich abgeflämmt. Das war eine gute Entscheidung, denn so kam zum festen weißen Fleisch des Fischs noch ein Hauch von Röstaromen. Neben dem schon erwähnten Brotkorb (1 €) hatte ich einen Salada Montanheira (3,10 €) und Xarém da Casa (3,10 €) bestellt. Der Bergsalat aus gewürfelten Tomaten, Paprika und Gurken ist eine traditionelle Spezialität der Algarve, schlicht und erfrischend. Auch Xarém ist typisch für die Algarve: ein Maisbrei, der hier nur Beilage war, aber ansonsten gerne mit Venusmuscheln zusammen gereicht wird.

Wasser und Wein gehören natürlich auch zu so einem köstlichen Abendessen – wobei der Liter Wasser für 3,50 € einlädt, genug zu trinken. Die Weinkarte des Escama ist klein, sie verzeichnet 16 Positionen (darunter sieben Weine, die es auch glasweise (0,15 l) gibt. Die Flaschenpreise liegen zwischen 18,90 € und 50 €, das Achtele schlägt mit 6,50 € – 9,70 € zu Buche. Die Bedienung hatte mir einen Wein empfohlen, der nicht auf der Karte stand – aber mit dem fruchtig-frischen BSE, einer Cuvée aus Arinto und Antão Vaz, war ich bestens bedient (Glas 6 €). Obendrein konnte auch gleich noch in Erinnerung schwelgen, denn der Wein von der Halbinsel Setúbal kam von José Maria da Fonseca. Der Besuch dort vor einigen Jahren ist unvergesslich, vor allem natürlich auch die netten Gespräche mit Sofia Soares Franco, die zur 7. Generation der Familie gehört und in der 1834 gegründeten Firma für Weintourismus sowie Kommunikation zuständig ist.

Escama
R. Conselheiro Bivar 8
8000-470 Faro

Tel. +351 913 802 313

[Besucht am 21. Mai 2026]

Ulrich van Stipriaan
Artikel von

Ulrich van Stipriaan

Ulrich van Stipriaan ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media