Von außen betrachtet könnte man vorbeigehen an diesem Restaurant, aber auf den zweiten Blick ist das Escama ein durch und durch außergewöhnlicher Ort gleich zu Beginn des Vergnügungsviertels von Faro. Beim flüchtigen Blick ins Innere des Restaurants könnte man ja denken, das sei ein Fischladen oder ein Stand auf dem Fischmarkt – und genau das ist die Idee (also nicht, dass Sie das denken, sondern wie es da so ist): „Sprechen Sie mit den Fischhändlern, um Ihren Fisch am Stand auszuwählen“ steht auf der Karte, die zu Beginn des Besuchs gereicht wird. Neben dieser netten Aufforderung gibt es schon einen dezenten Hinweis auf das, was dann an der Theke passiert: ein Fachgespräch mit den Köchen über die Zubereitungsart.
Das klingt alles ungewöhnlich und vielleicht auch ein wenig verrückt – aber eigentlich ist es die kundenfreundlichste Idee eines Restaurants – und man kommt hervorragend mit den Köchen ins Gespräch. Sie erklären die Fischarten – man muss ja nicht alle kennen, und die portugiesischen Bezeichnungen helfen ja auch nicht immer. Das liegt auch daran, dass das Restaurant bevorzugt Fische und Meeresfrüchte anbietet, die direkt vor Ort gefangen werden und die man daher nicht unbedingt kennt. Von den Kilopreisen der Ware sollte man sich nicht abschrecken lassen: Meine Wahl fiel auf eine Bica, eine lokale Brassenart, 80 € fürs Kilo. Aber die für mich ausgesuchte Rotbrasse (oder auch Dorade rosé) war ja relativ klein (400 g, also 32 €)). Dennoch war sie groß genug, um auf zweierlei Art serviert zu werden. Denn man kann sich im Escama aus einem Fisch je nach Größe zwei bis drei oder gar vier verschiedene Gerichte zubereiten lassen.
