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Kein Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek

Kein Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek
Die Bibliothek bekommt keinen Erweiterungsbau. (Archivbild) / Foto: Sebastian Willnow/dpa
Von: DieSachsen News
Sieben Millionen Euro Planungskosten und trotzdem kein Neubau: Warum die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig keinen weiteren Magazinturm bekommen soll.

Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig bekommt keinen erhofften Erweiterungsbau. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe sich gegen die Realisierung des Vorhabens entschieden, teilte die Nationalbibliothek mit. Sie kritisierte die Absage. Die neuen Flächen würden dringend benötigt.

Der fünfte Erweiterungsbau sollte langfristig Platz schaffen, um Bücher und anderen Medien sammeln und aufbewahren zu können. Die Magazinkapazitäten in Leipzig seien nahezu erschöpft. «Der geplante Neubau sollte eine energieeffiziente und nachhaltige Bewahrung des nationalen Kulturerbes ermöglichen», erklärte die Bibliothek.

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Kulturstaatsminister will digital sammeln lassen

Ein Sprecher des Kulturstaatsministers bestätigte, dass der Neubau vorerst nicht kommen soll. Die Planungen seien wegen der unsicheren Haushaltslage des Bundes ausgesetzt. Eine endgültige Entscheidung stehe noch aus. «Grundsätzlich strebt Staatsminister Weimer an, die Pflichtablieferung an die Deutsche Nationalbibliothek zukünftig weitestgehend digital abzubilden.» 

Laut Gesetz müssen Verlage derzeit prinzipiell zwei physische Exemplare an die Bibliothek liefern. Weimer setze sich dafür ein, dass es in Zukunft nur noch ein Exemplar sein wird - und das - wenn möglich - ausschließlich digital. Das sei ein Beitrag zum Bürokratieabbau.

Im Übrigen lagere die Nationalbibliothek bereits jetzt Bücher aus Leipzig an ihren zweiten Standort in Frankfurt um. Dort seien noch Magazinkapazitäten vorhanden. Es werde geprüft, wie es angesichts der ausgereizten Flächen mit den Beständen in Leipzig weitergehen soll.

Nationalbibliothek: Auch Alternativen kosten Geld

Die Nationalbibliothek wies darauf hin, dass auch alternative Lösungen Geld kosten. Zudem seien bereits rund sieben Millionen Euro in die Planung des Erweiterungsbaus geflossen. 

Die Deutsche Nationalbibliothek archiviert seit 1913 sämtliche Publikationen in Deutscher Sprache. Sie hat Standorte in Leipzig und Frankfurt. Täglich gehen nach ihren Angaben rund 13.100 neue Werke ein, davon 3.300 in analoger und 9.800 in digitaler Form.

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