Eine musikalische Sternstunde für Dresden-Prohlis: Die Premiere der Stadtteiloper «Plattenspieler:innen» hat in dem Plattenbauviertel im Südosten der Landeshauptstadt Jubel ausgelöst. Am Ende erhielten die rund 300 beteiligten Akteure - zum Großteil Kinder und Jugendliche - viel Beifall und Standing Ovations. Für das Stück war die Turnhalle der 128. Oberschule zur Bühne umgebaut worden. Trotz tropischer Temperaturen draußen und drinnen blieben die Musiker, Tänzer und Schauspieler cool und boten dem Publikum eine gute Show, für die es auch immer wieder Zwischenapplaus gab.
Berühmter Prohliser spielt in der Oper eine wichtige Rolle
Bei der Stadtteiloper war das in jeder Szene spürbar. Das Sujet hatte nicht zufällig eine kosmische Dimension. Denn der Bauer und Amateurastronom Johann Georg Palitzsch, der 1723 in dem damaligen Dorf Prohlis zur Welt kam, erlangte später Berühmtheit, als er am 25. Dezember 1758 als Erster die von Edmond Halley (1656-1742) vorausberechnete Wiederkehr des nach diesem benannten Halley'schen Kometen beobachtete. Zuletzt tauchte der Komet 1986 nahe der Erde auf, das nächste Mal wird er 2061 erwartet - in diesem Jahr setzt auch der Beginn der Prohlis-Oper ein.
«Intergalaktische Nachrichten» kommen aus dem Studio Prohlis
Komet Halley nähert sich wieder der Erde und wird zum bestimmenden Thema der «intergalaktischen Nachrichten», die natürlich ihr Studio in Prohlis haben. Der Komet verliert ein Stück von sich selbst – einen singenden Stein (Sopranistin Menna Cazel). Der Stein landet in Prohlis und erlebt dann im Zeitraffer, wie aus einer urzeitlichen Siedlung eine lebendige Stadt wird. Die Oper verbindet Musik aus verschiedenen Jahrhunderten. Gleich zu Beginn ist der Anfang von 'Also sprach Zarathustra' von Richard Strauss zu hören. Das «Musaik»-Orchester ist in voller Besetzung mit etwa 120 Leuten an Bord.