Der Sächsische Museumsbund (SMB) sieht das kulturelle Erbe im Freistaat in Gefahr. Grund sind Kürzungen im Regierungsentwurf zum Doppelhaushalt für 2027 und 2028. In einem Positionspapier drückt der SMB seine Sorge aus, dass gleich mehrere Kürzungsempfehlungen besonders die nichtstaatlichen Museen im ländlichen Raum treffen und damit der Erhalt des kulturellen Erbes in strukturschwachen Gebieten akut gefährdet wird. Konkret fordert der SMB Nachbesserungen bei den Kulturräumen, der Landesstelle für Museumswesen und der Kulturstiftung des Freistaates. Die im Regierungsentwurf gesetzte Weichenstellung werfe die Frage auf, welche Rolle der Kultur und insbesondere den Museen in Zukunft zugedacht wird. Museen im ländlichen Raum seien wichtige Orte gesellschaftlichen Diskurses und würden damit erheblich zur Stärkung der demokratischen Gesellschaft beitragen. «Die gravierenden Kürzungsvorschläge bei den Kulturräumen und der Kulturstiftung sowie die seit 2025 massiv rückläufigen Fördermittel der Landesstellen für Museumswesen entziehen der sächsischen Museumslandschaft sukzessive die Unterstützung des Freistaates», hieß es. Man brauche eine Kurskorrektur in drei Punkten. Laut SMB ist die Finanzierung der Kulturräume das zentrale Förderinstrument zum Erhalt der Museen. Die im aktuellen Etat enthaltene Summe von 108,7 Millionen Euro für 2026 müsse fortgeschrieben werden, um eine «weitere Erosion musealer Infrastruktur» zu verhindern. Unverständlich sei die komplette Streichung der Investitionsmittel. Damit nehme man den Häusern auch die Chance, über den Bundeshaushalt oder Stiftungen Mittel nach Sachsen zu holen - denn dafür sei ein Eigenanteil erforderlich. «Mit großer Sorge beobachtet der SMB die Halbierung der Fördermittel der Sächsischen Landesstelle auf inzwischen unter 500.000 Euro. Nirgends sonst im landes- oder bundesweiten Förderpool werden Vorhaben wie das Publizieren der eigenen Bestände, der Erhalt und die fachgerechte Aufarbeitung von Sammlungen oder Maßnahmen zur Inklusion unterstützt», hieß es weiter. Die Beratung durch die Landesstelle sei für die Museen ein zentrales Instrument. Im Etatentwurf seien die Mittel nicht explizit ausgewiesen, sondern Teil des Haushaltes der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Schließlich gefährde die empfindliche Kürzung des Förderetats der Kulturstiftung die öffentliche Sichtbarkeit der Museen und behindere die Chance auf gesellschaftlichen Diskurs, schätzte der Museumsbund ein. Die angestrebte Weichenstellung würde die finanzielle Situation nichtstaatlicher Museen gravierend verschärfen und weiteren Museumsschließungen Tür und Tor öffnen. «Es wäre naiv zu glauben, dass die ohnehin klammen Städte und Gemeinden den Erhalt des kulturellen Erbes und der vielfältigen Museumslandschaft allein stemmen können.» Der SMB fordert deshalb stellvertretend für die rund 400 Museen im Freistaat eine auskömmliche Förderung der drei zentralen Fördersäulen alltäglicher Museumsarbeit, damit die Museen ihrer gesellschaftlichen Rolle auch in Zukunft gerecht werden können. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenErste Schließungen von Häusern
Die kritische Finanzlage der Kommunen gefährde bereits jetzt den Erhalt des kulturellen Erbes und habe mit der Schließung des Zuse Computer Museums in Hoyerswerda und der Abwicklung der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH zu ersten unwiederbringlichen Verlusten geführt, erklärte der Museumsbund.Forderung: Kulturraummittel auf bisherigem Niveau fortschreiben
Förderetat der Kulturstiftung darf laut Museumsbund nicht sinken