Umgebindehäuser in der Oberlausitz sind durch Leerstand, Umbauten und Abriss nach wie vor in großem Maße bedroht. «Der Bestand hat sich in den letzten 100 Jahren und besonders seit den 1990ern Jahren stark verringert», sagte Sachsens Landeskonservator Alf Furkert. Nach seinen Angaben warten derzeit rund 40 Prozent der regionaltypischen Bauten auf eine Instandsetzung. In Sachsen stehen rund 6.500 Umgebindehäuser auf der Denkmalliste, davon etwa 5.900 in den Landkreisen Bautzen und Görlitz.
«Der Erhaltungs- und Sanierungszustand ist sehr unterschiedlich, insgesamt aber besser als noch vor 20 oder 30 Jahren», schätzte Furkert ein. Seit den 1990er Jahren seien viele Gebäude denkmalgerecht saniert worden, vor allem in touristisch oder kulturhistorisch bedeutenden Orten wie Ebersbach-Neugersdorf, Seifhennersdorf, Cunewalde und Oybin. Besonders in strukturschwächeren Orten bleibe Leerstand allerdings ein Problem, da Nachnutzungen oder Käufer oft fehlten. Gerade Gebäude in ungünstiger Lage, etwa an vielbefahrenen Straßen und in Hochwasserlagen, schreckten Interessenten meist ab.