Ein Notfall kommt selten allein. Ärzte müssen in solchen Stresssituationen gleichzeitig Fragen stellen, Laborwerte prüfen, Bilder auswerten und Entscheidungen treffen. Was dabei helfen könnte: ein KI-Assistent, der ihnen Routineaufgaben übernimmt. Genau den haben Forschende der Technischen Universität Dresden und des Universitätsklinikums Dresden jetzt entwickelt. Sie nennen ihn MIRA.
MIRA steht für "Medical Intelligence for Reasoning and Action". Das System ist ein sogenannter KI-Agent, also ein Programm, das selbstständig Aufgaben plant und ausführt. Anders als viele bisherige KI-Anwendungen arbeitet MIRA direkt in einer simulierten elektronischen Patientenakte.
In einer simulierten Notaufnahme bearbeitete das System mehr als 500 reale Patientenfälle. Es stellte Fragen, forderte Untersuchungen an, wertete Befunde aus und bereitete Behandlungsvorschläge vor. MIRA erreichte nicht nur ärztliches Niveau, sondern übertraf die ärztliche Vergleichsgruppe bei der Diagnosegenauigkeit in einigen Bereichen sogar. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.