Große Krankenkassen in Sachsen stellen sich gegen Forderungen nach Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Das zeigen Rückmeldungen von fünf Krankenversicherungen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Hintergrund ist die Diskussion über den Krankenstand in Deutschland. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angeregt, die Möglichkeit der telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) auf den Prüfstand zu stellen.
Kassen sehen Vorteile der telefonischen Krankschreibung
Die Techniker Krankenkasse (TK) verteidigt das Verfahren ausdrücklich. «Da die telefonische Krankschreibung auf fünf Kalendertage beschränkt ist und nur ausgestellt werden darf, wenn der oder die Erkrankte in der Praxis bekannt ist und nur leichte Symptome hat, ist sie in der Abwägung eine sinnvolle Alternative zu einem Besuch in der Praxis», erklärte Alexander Krauß, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen.
Auch die DAK-Gesundheit hält die Regelung «grundsätzlich für sinnvoll», insbesondere zur Entlastung der Praxen während Infektionswellen. Eine statistische Auswertung, ob Krankschreibungen telefonisch oder persönlich ausgestellt wurden, sei nicht möglich. Der hohe Krankenstand der vergangenen Jahre sei vielmehr durch «den statistischen Effekt der elektronischen AU-Erfassung seit 2022» sowie durch starke Infektionswellen erklärbar.