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Ausgezeichnete Sekte und ein gerüttelt Maß an Heiterkeit

Sektgläser
Von: Ulrich van Stipriaan
190 Jahre Sekttradition bei Schloss Wackerbarth – Spitzen-Sekte, Fachwissen und Preisgekröntes aus Flaschengärung bei Sekt im Park

Man muss die Feste feiern wie sie fallen! 190 Jahre Sekttradition in Sachsen sind  so gesehen ein guter Grund, um einige der besten Sekthäuser Deutschlands über Pfingsten einzuladen, Sekt im Park von Schloss Wackerbarth zu feiern. An zwölf Stationen gab's Schaumweine, die den Vergleich mit den Bøbbles aus der Champagne nicht scheuen mussten. Zufall? Nein: Wissen und Können – und auch nicht zufällig waren nur Sektmacher aus dem Verband traditioneller Sektmacher – zu dem auch Schloss Wackerbarth gehört – vor Ort.

Die postkartenschöne Kulisse von Schloss Wackerbarth strömt bei dem herrlichen Sonnenwetter ja schon ein gerüttelt Maß an Heiterkeit aus. Die Sektmacherinnen und Sektmacher vor Ort wussten das gut zu unterstützen – lediglich bei Fragen nach alkoholfreiem oder süßen Sekt mussten sie passen – selbst wer so was im Portfolio hatte, hatte das zu Hause gelassen und verwies dann auch die ganz normalen Wackerbarth-Pagoden: da gab's das alles, wie immer. Was aber alle dabei hatten: ein kleines Spektrum des jeweiligen Angebots – Spitzensekte inklusive.

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Da die meisten Winzer/Sektmacher vor Ort waren, gab's dazu passende Informationen aus erster Hand ("straight from the horse's mouth", sagen die Engländer, was ja schon sehr nah dran ist). Warum die Winzer schon bei der Auswahl der Grundweine das Endprodukt im Blick haben (nur exzellentes, schonend gepresstes Lesegut kommt in Frage – und das richtige Timing bei der Lese spielt eine enorme Rolle, um eine Balance aus Reife und Frische zu ermöglichen). Warum nur die traditionelle zweite Gärung in der Flasche in Frage kommt (Die traditionelle, klassische Flaschengärung ist die unumstößliche Methode, wenn es darum geht, feinste Perlage und eine unverwechselbare Aromatik in den Wein zu zaubern.) Sie ist Maßarbeit mit Fingerspitzengefühl und mit ihren ganz besonderen Anforderungen so ziemlich die aufwendigste Disziplin der Weinbereitung). Warum ein langes Hefelager den Sekten gut tut (eine 9-monatige Reifezeit in der Flasche sieht das Weingesetz vor – im Verband liegt der Standard meist bei 24 Monaten oder darüber, manchmal sogar sehr viel mehr darüber…).

Da ließ es sich zum Pauschalpreis (man konnte 5er, 8er oder 10er-Proben für rund 2,60/Glas kaufen) fabelhaft probieren, was sonst glasweise nur schwer erhältlich ist. Wackerbarths Bussard Royal Reserve (mindestens 42 Montae auf der Hefe) oder der 2019 Blanc de Noir brut (54 Monate) beispielsweise, 2019 l'Artiste brut von Schloss Vaux (60 Monate), 2019 Chardonnay Cuvée Tradition brut (mit 13% Reserve-Weinen aus 2018) vom Sektgut St. Laurentius, 2016 Rosé Reserve (über 120 Monate Hefelagerung, Sekthaus Raumland), 2018 Riesling brut 50 (Frank John – nach 71 Monaten Hefelager degorgiert) – insgesamt standen über 50 Sekte zur Auswahl, und da war es schon ganz gut, dass Pfingsten am Sonntag und Montag gefeiert wird, man sich also Zeit nehmen konnte…

Ein kleines i-Tüpfelchen auf dem großen Sahnehäubchen toller Sekte war dann noch, dass im Belvedere ausgezeichnete (im Wortsinne…) Sekte verkostet werden konnten: die Sieger von Meiningers Deutschem Sektpreis 2026! Die Fachjury hatte im Vorfeld 430 Sekte in sieben Kategorien blind verkostet, nun lagen die Sieger-Flaschen im Eiskühler. Wieder mit unter den Preisgekrönten: ein Sekt von Schloss Wackerbarth. In der Kategorie "Sortenvielfalt Sekt" gewann die Cuvée Tradition brut, eine Cuvée aus Riesling, Scheurebe und Weißburgunder. Und mit 16 € auch ein absolutes Preis-Genuss-Verhältnis – da gibt es für mehr Geld manchmal Schlechteres…

Ulrich van Stipriaan
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Ulrich van Stipriaan

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