Jedes Mal, wenn ein Flugzeug startet oder landet, gelangen Millionen winziger Partikel in die Luft. Sie sind so klein, dass sie mit bloßem Auge unsichtbar bleiben. Ein menschliches Haar ist etwa 70 Mikrometer dick, ultrafeine Partikel sind um ein Vielfaches kleiner. Fachleute nennen sie ultrafeine Partikel, kurz UFP. Welche Auswirkungen sie auf die Gesundheit haben könnten, wird seit Jahren intensiv erforscht. Forschende des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung e. V. in Leipzig haben dazu nun neue Messergebnisse rund um den Frankfurter Flughafen veröffentlicht.
Im Auftrag des Forums Flughafen und Region (FFR)
untersuchten Wissenschaftler die Luftqualität an 14 Messstellen rund um
den Frankfurt Airport. Die Messungen zeigen: Direkt auf dem
Flughafengelände befinden sich deutlich mehr ultrafeine Partikel in der
Luft als im städtischen Hintergrund, bei den kleinsten Partikeln
teilweise bis zum 30-Fachen. Besonders betroffen ist der Größenbereich
zwischen 10 und 20 Nanometern. Diese besonders kleinen Partikel lassen
sich nach Angaben der Forschenden vor allem dem Flughafenbetrieb
zuordnen. Mit zunehmender Entfernung vom Flughafen nimmt ihr Einfluss
jedoch deutlich ab.
Studie läuft weiter
Für die Untersuchung nutzten die Forschenden nicht nur stationäre Messgeräte. Auch Drohnen kamen zum Einsatz, um die Verteilung der Partikel in unterschiedlichen Höhen zu untersuchen. Mobile Messungen rund um den Flughafen ergänzten die Daten zur räumlichen Ausbreitung der Partikel.
Ultrafeine Partikel unterscheiden sich von klassischem Feinstaub vor allem durch ihre extreme Größe. Während Luftschadstoffe oft über ihre Masse gemessen werden, spielt bei ultrafeinen Partikeln vor allem ihre Anzahl eine Rolle. Fachleute diskutieren deshalb seit Jahren, ob herkömmliche Luftmessungen diese winzigen Partikel ausreichend erfassen. Flughäfen gelten dabei als wichtige mögliche Quellen solcher ultrafeinen Partikel.
Die Studie läuft noch bis Ende 2026. Dann soll ein Modell berechnen, wie sich die Belastung mit ultrafeinen Partikeln im gesamten Untersuchungsgebiet verteilt.
Publikation:
Den Bericht zur Studie gibt es hier.