Wer den Schlosspark Wechselburg betritt, kann sich dem Zauber der Natur kaum entziehen. Dafür sorgen auch seltene Baumarten wie Tulpenbaum, Trompetenbaum oder Kuchenbaum. «Im Park gibt es Bäume aus aller Welt, schon immer wurde hier mit Pflanzungen experimentiert», sagt Tomas Brückmann, Sprecher der Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNu). Sie ist größte Eigentümerin des 18 Hektar großen Parks im Landkreis Mittelsachsen und sorgt dafür, dass der Naturschutz gewahrt bleibt. Als Fauna-Flora-Habitat und Vogelschutzgebiet genießt er einen besonderen Status.
Lebensraum für etwa 20 Vogelarten und seltene Tierarten
Die ältesten Bäume haben schon 200 Jahre «auf der Rinde». In dem Park sind ausgedehnte Bereiche mit Eichen und Buchen, Auwald und Wiesen zu finden. Eine weitere Besonderheit ist ein Vorkommen an Straußenfarn. Das Areal bietet Lebensraum für etwa 20 Vogelarten wie Baumfalke, Schwarzspecht, Eisvogel, Rotmilan und Neuntöter. Aber auch Fischotter und Fledermausarten wie das Große Mausohr und die Mopsfledermaus haben hier ihr Quartier.
Mit dem Abriss eines alten Gebäudes gewann der Park eine weitere Fläche zurück, die nun als Schmetterlingswiese etwa für die geschützte «Spanische Flagge» genutzt wird. «Insekten sind selten geworden», sagt Brückmann. Durch häufige Mahd würden die Lebensräume der Falter unwiederbringlich zerstört. Die LaNu hat deshalb schon vor Jahren zu einer Mitmachaktion aufgerufen. Unter dem Slogan «Puppenstuben gesucht - Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge» bekamen Besitzer von Wiesenflächen Tipps, wie sie mit einer schonenden Mahd Lebensräume der Falter erhalten können.