Die diesjährige Apfel-Schwemme sorgt für Ansturm auf Sachsens Keltereien. «Voriges Jahr hatten wir einen Totalausfall, nun hängen die Bäume in Gärten und auf Streuobstwiesen voll», sagt der Vorsitzende des Fruchtsaftverbandes Sachsen, Andreas Mehlhorn, der Deutschen Presse-Agentur dpa. «So hatten wir das lange nicht.»
Landesweit gebe es aktuell einen Run auf die Keltereien, so Mehlhorn. Massenweise liefern Menschen dort Äpfel aus ihren Gärten an, um sie zu Saft verarbeiten zu lassen. Wegen des Andrangs kommt es vielerorts zu längeren Wartezeiten. Bei seinem Betrieb in Langenbernsdorf (Landkreis Zwickau) müssten Kunden bei der Anlieferung zwischen zehn Minuten und einer Stunde warten, erzählt Mehlhorn. In dem kleinen Ort stauen sich derzeit regelmäßig die Autos vor seinem Betrieb.
Die Keltereien verarbeiten das Obst zu Saft. Wer Äpfel abliefert, bekommt den Saft zum vergünstigten Preis. Zum Verband gehören laut Mehlhorn 38 Betriebe in Sachsen sowie Thüringen und Sachsen-Anhalt. Hinzu kommen mobile Pressen, die im Herbst ihre Dienstleistungen an verschiedenen Orten anbieten. Auch da wird von einer immensen Nachfrage berichtet. «Leider können wir momentan nicht allen Kunden gerecht werden», schreibt Andreas Richter, Anbieter einer mobilen Saftpresse im Raum Leipzig auf seiner Internetseite.