Trotz Schulpflicht haben in Sachsen Hunderte Kinder und Jugendliche keinen Schulplatz. Zum Stichtag 17. November waren es 645, wie das Bündnis «Recht auf Schule für Alle in Sachsen» unter Berufung auf Zahlen des Landesamtes für Schule und Bildung mitteilte. Alle hatten demnach keinen deutschen Pass. Kultusminister Conrad Clemens (CDU) betonte, dass sich die Zahl der Betroffenen verringert habe: «Durch schnellere Verfahren konnte die Warteliste um rund 40 Prozent gegenüber dem Ende des letzten Schuljahres reduziert werden.»
Damals lag die Zahl bei 1.083. Das Bündnis führt den Rückgang auf einen geringeren Zuzug zurück. Wie lange die betroffenen Kinder und Jugendlichen ab ihrer Ankunft in Sachsen bis zum Schulzugang warten, wird statistisch nicht erfasst. Frühere Recherchen des Bündnisses zeigen jedoch, dass die Wartezeit ein halbes Jahr überschreiten kann. Neben den völkerrechtlichen Vorgaben verpflichte die EU-Aufnahmerichtlinie zum gleichwertigen Schulzugang hingegen spätestens zwei Monate nach Antragstellung.