In Sachsen könnten bis 2035 zehntausende Sozialwohnungen fehlen. Das geht aus einer Studie zum sozialen Wohnungsbau hervor, die am Vormittag in Berlin vorgestellt wurde. Der «Soziale Wohn-Monitor 2026», den das Pestel-Institut im Auftrag des Verbändebündnisses «Soziales Wohnen» erstellt hat, sieht für Sachsen einen Bedarf von rund 120.000 Sozialwohnungen in den kommenden neun Jahren, um den von den Autoren definierten Mindeststandard von 8,5 Prozent aller Mieterhaushalte zu erreichen. Diese Quote erreicht laut Studie aktuell allein Hamburg. In Sachsen liegt sie bei einem Prozent, einer der niedrigsten Werte bundesweit.
Demnach müsste der Freistaat seinen aktuellen Sozialwohnungsbestand fast verneunfachen, wenn sich die Entwicklung der vergangenen Jahre weiter fortsetzt: Die Studie weist für Sachsen zum Stichtag 2024 rund 13.800 Sozialwohnungen aus; benötigt werden den Berechnungen zufolge rund 120.000 bis 2035. In den vergangenen Jahren sind zudem im Durchschnitt fast 1.400 Sozialwohnungen pro Jahr vom Markt verschwunden, da die soziale Wohnungsbindung ausläuft.