Kohlearbeiter sollen im Zuge des Strukturwandels in der Lausitz für die Halbleiterproduktion qualifiziert werden. Eine entsprechende Kooperation gehen der Chiphersteller Globalfoundries (GF) in Dresden und die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) ein. Bei einem Pilotprojekt wechseln zunächst zehn LEAG-Mitarbeiter für drei Monate zu GF und werden dort gezielt für die Arbeit in der Chip-Produktion ausgebildet. Die Teilnahme am Testlauf ist für die Energiearbeiter freiwillig und soll im ersten Quartal 2026 starten.
Lausitz als Modellregion des Strukturwandels
Mit der Partnerschaft wollen GF und LEAG dazu beitragen, die Lausitz als Modellregionen des Strukturwandels zu entwickeln. Bis 2038 sollen mit dem Ausstieg aus der Braunkohle tausende Arbeitsplätze neu geschaffen und bestehende gesichert werden – auch mit innovativen Konzepten wie im aktuellen Fall. «Die Halbleiterindustrie bietet attraktive Perspektiven, und mit gezielter Qualifizierung schaffen wir gemeinsam die Grundlage für den langfristigen Erfolg unserer Fachkräfte und der gesamten Region», betonte Leag-Personalvorstand Jörg Waniek.
Globalfoundries ist ein führender Hersteller von Halbleitern mit Werken in Dresden, den USA und Asien. In Dresden sind etwa 3.000 Leute beschäftigt. Die LEAG gilt als größter Energieerzeuger Ostdeutschlands mit rund 6.500 Mitarbeitern. Parallel zum Kohleausstieg treibt das Unternehmen den Aufbau einer Gigawatt-Factory voran. Das Konzept aus erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und wasserstofffähigen Kraftwerken soll die Lausitz zugleich zu einer Modellregion der Energiewende machen.
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten