Der Halbleiterkonzern Infineon hat mit der neuen Smart Power Fab in Dresden die größte Einzelinvestition seiner Geschichte eröffnet. Das Werk kostete fünf Milliarden Euro, knapp eine Milliarde davon sind öffentliche Gelder. Das Werk entstand in nur drei Jahren Bauzeit und bringt 1.000 neue Jobs. Infineon will hier Leistungshalbleiter herstellen, die unter anderem für Elektroautos, erneuerbare Energien, Rechenzentren und Industrieanlagen gebraucht werden. Die Chips entstehen auf 300-Millimeter-Wafern. Infineon will seinen Ausstoß in Dresden damit verdoppeln.
Bis zu 40 Prozent des Umsatzes gehen in Fabriken und Forschung
Hanebeck bezeichnete die Investition als Impuls für Deutschland und Europa. «Sie zeigt, was möglich ist, wenn wir mutig sind und Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an einem Strang ziehen.» Infineon investiere jedes Jahr 30 bis 40 Prozent des Umsatzes in Fabriken sowie in Forschung und Entwicklung. Fast jeder zweiten Euro davon fließe in den Heimatstandort Deutschland. «Im vergangenen Jahr waren das rund drei Milliarden Euro.»
«Unternehmen brauchen Planungssicherheit, Flexibilität und Tempo, wenn sie sich um Förderprojekte bewerben. Das müssen wir im neuen European Chips Act und in den Important Projects of Common European Interest noch besser verankern. Mehr Tempo, weniger Bürokratie», sagte Hanebeck. Man wolle Europa als Halbleiterhub weiter stärken.
Merz: starkes Signal für Deutschland und Europa
Bundeskanzler Friedrich (CDU) hatte seine Teilnahme zur Eröffnung aus terminlichen Gründen abgesagt, ließ sich aber per Video zuschalten. Er sprach von einem «starken Signal für den Industriestandort Deutschland und Europa.» Die Investition zeige, dass eine hochmoderne und wettbewerbsfähige Halbleiterfertigung hierzulande möglich ist.
In der Eröffnung des neuen Chipwerkes sieht Merz ein Aufbruchssignal für ganz Deutschland und bezog sich dabei auch auf die Entscheidungen des Koalitionsausschusses. «Ich kann also aus voller Überzeugung sagen, es geht wirklich voran.» Der Wille sei da und groß, die notwendigen Strukturreformen jetzt anzugehen, «um unser Land, unsere Wirtschaft, unsere Industrie fit zu machen für die Zukunft».