Sachsen hat möglicherweise mehr Potenzial im Zinn-Bergbau als bisher angenommen. Das legt eine Neubewertung des Freiberger Bergbauunternehmens Saxore für das Projekt Gottesberg im Westerzgebirge nahe. Die aktualisierte Ressourcenschätzung gehe von rund 37 Millionen Tonnen Erz mit etwa 90.900 Tonnen Zinn aus, die wirtschaftlich abgebaut werden könnten, sagte Geschäftsführer Matthias Faust der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das sei nahezu dreimal so viel wie bisher angenommen.
Bergbauprojekte brauchen langen Atem - und viel Geld
Auch Saxore treibt Pläne für ein Bergwerk voran. Für die Lagerstätte in Tellerhäuser liege der sogenannte Rahmenbetriebsplan beim Oberbergamt zur Prüfung, erklärte Faust. «Wird dieser genehmigt, beginnen wir mit dem Auffahren des Bergwerkes.» Realistisch sei ein Probebetrieb frühestens 2029. Derzeit werde mit einer Jahresproduktion von 500.000 Tonnen Zinn-Erz kalkuliert. Daraus könnten etwa 2.500 Tonnen Zinn gewonnen werden.
Und wie geht es in Gottesberg (Vogtlandkreis) weiter? «Unser Plan ist, erst einmal das Projekt Tellerhäuser zum Fliegen zu bringen», betont Faust. Denn für solche Vorhaben braucht es einen langen Atem und viel Geld. Etwa 150 bis 200 Millionen Euro sind laut Faust als Investition für so ein Bergwerk erforderlich. Und an dem Tellerhäuser-Projekt werde schon seit 15 Jahren gearbeitet.
«Unser Ziel ist nicht der kurzfristige Beginn des Bergbaus», erklärt Faust mit Blick auf das Vorkommen in Gottesberg. «Vielmehr geht es um eine fundierte, mittelfristige Vorbereitung. Sollte es künftig zu Versorgungsengpässen oder Lieferunterbrechungen kommen, wollen wir belastbare Daten darüber haben, welche Ressourcen verfügbar sind und wie sie verantwortungsvoll erschlossen werden können.»