Die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Lausitz hat sich laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) bislang nicht erfüllt. Nach spürbarer Verbesserung im Frühjahr habe sich die Geschäftslage in der brandenburgisch-sächsischen Lausitz im Herbst wieder verschlechtert, teilten die IHK Cottbus und Dresden mit. Für die Analyse waren mehr als 600 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Bau, Dienstleistungen, Handel und Gastgewerbe in den Landkreisen Görlitz, Bautzen, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Spree-Neiße sowie der Stadt Cottbus befragt worden.
Sorgenkinder Industrie, Handel und Dienstleistungen
«Sorgen machen uns die Industrie, der Handel und die Dienstleister. Ihre Lageeinschätzungen haben hauptsächlich zum Abrutschen des Lagesaldos beigetragen», erklärte Lukas Rohleder, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden. Eine schwache Inlandsnachfrage, schwierige Exportbedingungen und bürokratische Hürden bremsten die Geschäfte der Industrie aus. Der Handel habe nach wie vor mit Zurückhaltung der Käufer zu kämpfen. Die auf Firmen bezogenen Dienstleister seien durch die schwache Konjunktur in den anderen Branchen gelähmt.
Nur 10 Prozent glauben an Besserungen der Lage
«Dass die Gesamteinschätzung nicht noch schwächer ausfällt, verdanken wir den positiven Stimmen, die sich in der Bauwirtschaft und im Gastgewerbe mehren», so Rohleder. Die Geschäftserwartungen blieben verhalten. Nur 10 Prozent der Befragten gingen von einer Verbesserung ihrer Lage aus, mehr als dreimal so viele (34 Prozent) rechneten mit einer weiteren Verschlechterung. Eine Trendwende sei nicht in Sicht. In Industrie, Handel und Dienstleistungen würden die Erwartungen auf niedrigem Niveau im Vergleich zum Frühjahr etwas anziehen, in der Bauwirtschaft und im Gastgewerbe aber deutlich sinken.