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An welchen Bahnhöfen im Osten Alkohol bereits verboten ist

An welchen Bahnhöfen im Osten Alkohol bereits verboten ist
Die Bahn will Alkohol von Bahnhöfen verbannen. (Symbolbild) / Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
Von: DieSachsen News
Die Bahn plant ein flächendeckendes Alkoholverbot an Bahnhöfen. An mehreren Bahnhöfen in Deutschland gibt es ein solches Verbot bereits - darunter auch mehrere im Osten Deutschlands.

Alkohol soll aus deutschen Bahnhöfen verschwinden, mehr Sicherheit und Ordnung sollen einkehren. Das zumindest erhoffen sich die Deutsche Bahn (DB) und ihre Chefin Evelyn Palla. Einem Bericht der «Bild» zufolge plant die DB ein Alkoholverbot an allen Bahnhöfen in Deutschland. Die Bahn bestätigte die Pläne auf Nachfrage der dpa. An mehreren Bahnhöfen in Sachsen und Thüringen gibt es ein solches Verbot bereits, in Sachsen-Anhalt bisher nicht. 

So gelte in Sachsen an den Bahnhöfen in Freiberg und Flöha (Kreis Mittelsachsen) ein Alkoholverbot, teilte die Bahn auf dpa-Anfrage mit. In Thüringen ist Alkohol am Bahnhof Altenburg (Kreis Altenburger Land) verboten. In Sachsen-Anhalt sind Bier, Wein und Schnaps in Bahnhöfen demnach bislang nirgends tabu. Alkoholverbote gibt es darüber hinaus vor allem an Stationen in großen Metropolen wie Berlin, Frankfurt, Hamburg oder München. 

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Kein Verbot in den Zügen

In den Zügen der DB ist den Plänen nach kein Alkoholverbot geplant. In ihren Fernzügen verkauft die Bahn auch selbst Alkohol. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tätige Bahnunternehmen verbieten in ihren Zügen bislang den Alkoholverzehr nicht. Die Mitteldeutsche Regiobahn, die Sachsen mit Bayern und Brandenburg verbindet, setzt aktuell nirgends ein Alkoholverbot in ihren Zügen durch, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. In den Zügen des Bahnunternehmens Abellio, das Verbindungen in Thüringen und Sachsen-Anhalt bedient, ist zwar punktuell Sicherheitspersonal unterwegs. Es gibt aber bislang weder ein Alkoholverbot noch Pläne, ein solches Verbot in Zukunft einzuführen, wie Unternehmenssprecher Stefan Dietrich erklärte. 

Auch bei der Erfurter Bahn, deren Züge etwa Städte in Ostthüringen mit Leipzig verbinden, gilt kein Alkoholverbot. Es sei bislang nicht nötig gewesen, resümiert Sprecherin Anna Strickmann und verweist auf die Beförderungsbedingungen des Unternehmens. Sollten Fahrgäste deutliche Ausfallerscheinungen aufgrund von Alkoholkonsum zeigen, so könnten sie demnach des Zuges verwiesen werden. «Wir weisen darauf hin, dass Alkohol im Interesse aller Fahrgäste und auch der Beschäftigten natürlich nur in Maßen konsumiert wird, damit die Fahrt für alle angenehmer bleibt.» Auch die Erfurter Bahn setzt zur Sicherheit von Personal und Fahrgästen vereinzelt Sicherheitspersonal ein. 

Ein Auslöser für das Verbot war ein Vorfall am Freitagabend in Baden-Württemberg. Ein 26 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn wurde bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft von einem 36 Jahre alten Fahrgast geschlagen und getreten.

Bundespolizei hält Umsetzung der Kontrollen für schwierig

Für die Sicherheit an Bahnhöfen ist neben DB-Sicherheitskräften vor allem die Bundespolizei zuständig. Die Bundespolizei Leipzig berichtet auf dpa-Anfrage von einer zunehmenden Tendenz zu Gewaltdelikten im Zusammenhang mit berauschenden Mitteln wie Alkohol im Bereich des Hauptbahnhofs der Messestadt. Seit 2019 nehme die Anzahl entsprechender Delikte zu. Zur Durchsetzung eines Alkoholverbots verweist die Bundespolizei auf das Hausrecht der DB. Demnach müssten Verstöße gegen ein erlassenes Alkoholverbot auch durch die DB selbst geahndet werden. 

Die Gewerkschaft der Polizei geht nicht davon aus, dass das Verbot angesichts der aktuellen Personallage konsequent umgesetzt werden kann. «Wir sind gebunden in Veranstaltungen, Großveranstaltungen und Grenzkontrollen mit der Bundespolizei. Das wird schwer, das umzusetzen», sagte Alexander Poitz, stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender, im «Frühstart» von RTL/ntv. Gleichzeitig plädierte er für ein Alkoholverbot auch in Zügen. «Es macht keinen Sinn, an den Bahnhöfen ein Alkoholverbot umzusetzen und dann aber in der Bahn selbst Alkohol konsumieren zu dürfen», sagte Poitz.

Künftiges Alkoholverbot betrifft 5.400 Bahnhöfe bundesweit

Künftig soll es den DB-Plänen nach an bundesweit 5.400 Bahnhöfen untersagt sein, Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die flächendeckende Umsetzung soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein. 

Ausgenommen sein soll der Konsum innerhalb der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von Alkohol in verschlossenen Taschen oder aus Einkäufen soll weiterhin gestattet bleiben.

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