Die Zeckensaison ist gestartet – und in Sachsen werden schon die ersten Borreliose-Infektionen und FSME-Fälle gemeldet. Wie aus dem epidemiologischen Wochenbericht der Landesuntersuchungsanstalt hervorgeht, wurden bis Ende März 160 Borreliose-Infektionen erfasst. Hinzu kamen vier Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Seit diesem Jahr gibt es außerdem mit Nordsachsen ein neues Risikogebiet im Freistaat. Was man über Zecken und das Infektionsrisiko wissen sollte – und warum die Sozialministerin zum Impfen aufruft: Die Zeckensaison dauert in Deutschland – je nach Temperaturen – ungefähr von März bis September. Laut Robert Koch-Institut (RKI) werden Zecken ab etwa sechs Grad aktiv. Sowohl Lyme-Borreliose als auch FSME können durch Zecken übertragen werden. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der gemeldeten Borreliose-Fälle in Sachsen sprunghaft gestiegen – auf rund 2.600, nach 1.600 im Jahr davor. Dazu kamen nach Angaben des Sozialministeriums 48 FSME-Erkrankungen. Borreliose kann sich unter anderem durch Müdigkeit, Leistungsabfall oder Fieber bemerkbar machen. Häufig rötet sich zudem die Haut kreisförmig rund um die Stelle des Zeckenstichs. Unbehandelt kann die Infektion zu Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen. FSME beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden, später sind auch Ausfälle im Nervensystem möglich. Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung, Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Von den 13 Landkreisen und kreisfreien Städten gelten nur noch die Stadt und der Landkreis Leipzig nicht als FSME-Risikogebiet. Das RKI hat erst vor wenigen Wochen auch Nordsachsen in diese Liste aufgenommen. Als Risikogebiete werden laut Sozialministerium Regionen eingestuft, in denen für Menschen ein so hohes Erkrankungsrisiko besteht, dass Schutzimpfungen empfohlen werden. Das Sozialministerium bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, an FSME zu erkranken, als «verhältnismäßig gering». In Risikogebieten trage ungefähr jede 100. Zecke das Virus in sich. Nur bei 10 Prozent der Zeckenstiche komme es zu einer Infektion, die in 70 bis 95 Prozent der Fälle ohne Symptome verlaufe. Allerdings: Etwa ein Prozent der Erkrankten sterbe an der Krankheit. Ministerin Petra Köpping (SPD) ruft zur Schutzimpfung auf. Im Jahr 2024 hatten nur 19,5 Prozent der sächsischen Bevölkerung durch eine zweimalige Impfung einen ausreichenden Schutz. Daten für 2025 lagen noch nicht vor. Wer sich impfen lassen möchte, kann zum Hausarzt gehen. Auch Gesundheitsämter bieten in ihren Impfstellen FSME-Impfungen an. «Die gesetzlichen Krankenkassen in Sachsen übernehmen laut Schutzimpfungsrichtlinie die Kosten für FSME-Impfungen, wenn diese aufgrund eines Wohnsitzes oder Aufenthalts in einem FSME-Risikogebiet von der Ständigen Impfkommission empfohlen sind», teilte das Sozialministerium mit. Wer in den beiden einzigen Nicht-Risikogebieten wohne – also in der Stadt und im Landkreis Leipzig –, könne die Kostenübernahme bei seiner Krankenkasse erfragen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenAb wann sind Zecken aktiv?
Warum können Zeckenstiche gefährlich sein?
Welche Symptome treten bei den Infektionen auf?
Welche Regionen gelten als Risikogebiete?
Wie viele Menschen erkranken schwer an FSME?
Wo kann man sich impfen lassen?
Wird die Impfung von der Krankenversicherung bezahlt?