Die Koalitionspläne zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung beschreibt der Vorsitzende des sächsischen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Torben Ostendorf, als «katastrophal für die Praxen». Der Mediziner fürchtet eine massive Mehrbelastung, weil jede Krankschreibung dann als persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt in der Praxis stattfinden müsse. «Und oftmals sind das ja Menschen, die infektiöse Erkrankungen haben, die in einer Erkältungswelle unterwegs sind, die Magen-Darm-Infekte haben oder Ähnliches.»
Hinzu komme, dass Menschen, die in unterversorgten oder schlecht versorgten Regionen Sachsens leben, mitunter weite Wege in Kauf nehmen müssten, um dann überhaupt eine Krankschreibung zu bekommen. «Da muss im Vogtland vielleicht einer 35 Kilometer in die Hausarztpraxis fahren, um sich einen Zettel abzuholen», so Ostendorf. Zwar sei die Übermittlung einer Krankschreibung an die Kassen mittlerweile digital möglich. Dennoch brauche es den Koalitionsplänen nach die persönliche Vorstellung in der Praxis. Das sei auch nicht mehr zeitgemäß, da in Zeiten des Klimawandels auch die Vermeidung unnötiger Emissionen eine Rolle spiele.