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Serkowitzer Volksoper in der Saloppe: Ein unkonventioneller Mozart

Zirkuswagenbühne
Drei Schauspieler*innen, gefühlt 20 Rollen: die Serkowitzer Volksoper kann das! (Bild: Ulrich van Stipriaan)
Von: Ulrich van Stipriaan
Die Serkowitzer Volksoper bringt ab 15. Juni mit „Es geht um die Wurst“ eine turbulente Mozart-Verführung auf die Zirkuswagenbühne in der Saloppe zurück.

Mozart? Mozart ist immer gut. Serkowitzer Volksoper? Ist für die, die sie kennen, wie Mozart, also immer gut. Nun ja: fast immer – Geschmacksache. Mozart bei der Serkowitzer Volksoper? Ist geplant für diesen Sommer, an zwölf Terminen ab 15. Juni: “ Es geht um die Wurst – eine turbulente Verführung frei nach Mozart“ lautet der komplette Titel. Die Wurst kommt dabei tatsächlich vor: eine Bratwurst ist budgetiert – ob pro Vorstellung oder für die ganze Saison, wurde nicht ganz deutlich bei der Pressekonferenz, aber das ist wahrscheinlich auch Wurst.

Die Serkowitzer Volksoper (für alle Newbies) ist ein freies Musiktheater-Ensemble, das im Jahr 2011 gegründet wurde. Wer bei „Oper“ gleich abwehrend die Hände hebt, sollte sie schnell wieder runternehmen: die Profis der Serkowitzer Volksoper haben sich dem unkonventionellen humorvollen Musiktheater verschrieben. Klassische Elemente in der Musik werden mit Jazz, Pop oder Improvisation ziemlich wild gemischt und neu arrangiert – und zusätzlich zur ungestümen Musizierkunst bringen die Texte gesellschaftssatirischen Witz mal ernst, mal albern hinzu.

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In diesem Jahr ist es bereits die 16. Sommerproduktion – und sie ist insofern eine Premiere, als dass es 2015 „die Wurst“ schon mal gab. Aber natürlich ganz anders, wir haben jetzt 2026 und liefern alte Wurst in neuen Häuten. Das Remake hat mit Clemens Kersten einen neuen Regisseur und mit Michael Schütze einen neuen musikalischen Leiter. So ist zwar nicht alles neu – aber eben alles auch ein wenig anders inszeniert. Wobei das Libretto von Wolf-Dieter Gööck nach wie vor aktuell ist und die grundlegende musikalische Stückbearbeitung immer noch die von Milko Kersten ist.

Die musikalische Grundlage lieferte Mozart mit der Entführung aus dem Serail. Allerdings ist das sechs-Personen-Stück bei den Serkowitzern auf nur drei Sänger*innen verteilt. Das macht’s turbulent – schnelle Kostümwechsel inklusive. „Aber ich liebe diese Verrücktheit: so ein Stück mit drei Personen auf der Bühne zu bringen!“, sagt Michael Schütze. Wobei auch sein Orchester „Musi nad Labem“ ja nur aus drei Musikanten besteht… Die besondere Herausforderung sei, dass da „eine Unmenge von Instrumenten zu den gelernten sechs klassischen hinzukommen“ – übern Daumen sind es insgesamt 20. „Gefühlt so viel, wie wir Rollen spielen“, merkte da Cornelius Uhle an – der Bariton im Ensemble, der das Stück schon von der 15er-Version her kennt, so wie auch Dorothea Wagner. Die beiden hatten es, was das Erlernen des Textes anbelangte, also leichter als Fanny Lamers, die erstmals bei den Serkowitzern mitmacht.

Fanny, das neue Gesicht: sie studiert noch und erlebt bei der Serkowitzer Volksoper eine „deutlich andere Herangehensweise als an der Hochschule“. Sie freut sich auf die sängerischen Herausforderungen wie auf die schauspielerischen – dauernd die Rolle zu wechseln sei ja nicht üblich. „Der unkonventionelle Mozart begeistert mich sehr!“ Was es natürlich auch unkonventionell macht: es gibt zwei Ebenen im Stück – den Jahrmarkt (mit der Bratwurst!) und den Mozart als Stück im Stück. Da spielt eine Truppe die Entführung aus dem Serail. Oder besser: spielte. Denn das Personal ging stiften. Aber ein dahergelaufenes Gaukler-Trio rettet Mozart und die Szenerie!

Gespielt wird an elf Tagen im Juni, August und September auf der Zirkuswagenbühne in der Saloppe (an einem Sonntag gleich zwei Mal).

Informationen

Karten gibt’s (zu gleichen Preisen wie im Vorjahr!) seit kurzem im Vorverkauf. Tickets für alle Termine online unter serkowitzer-volksoper.de sowie an allen Vorverkaufsstellen mit ETIX-Zugang.

Vorstellungen – Beginn jeweils 19.30 Uhr: Montag, 15. Juni 2026 (Premiere) | Montag, 29. Juni 2026 | Montag, 10. August 2026 | Montag, 17. August 2026 | Sonntag, 23. August 2026 (zwei Vorstellungen auch 15 Uhr) | Montag, 31. August 2026 | Montag, 7. September 2026 | Mittwoch, 9. September 2026 | Montag, 14. September 2026 | Mittwoch, 16. September 2026

serkowitzer-volksoper.de

Ulrich van Stipriaan
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Ulrich van Stipriaan

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