Karl-Marx-Stadt ist Geschichte, doch bei Kraftklub lebt es fort. Für das Video zu «Schief in jedem Chor» posieren die fünf Musiker auf einem Metallgestänge in luftiger Höhe, daran in riesigen roten Großbuchstaben der Schriftzug «Kraftklub Sterben in Karl-Marx-Stadt». Es ist der Titel ihres neuen Albums, das die Band Ende Mai bei einem Überraschungskonzert angekündigt hat. Wo? In Chemnitz, dem einstigen Karl-Marx-Stadt. Aber warum Sterben?
«Wir hatten schon des Öfteren mit dem Tod zu tun», sagt Sänger und Texter Felix Kummer. Im Umfeld, Freundes- und Familienkreis sei mancher «viel zu früh gestorben». So habe er auch immer wieder über Tod und Sterben geschrieben. Doch in Deutschland sei der Umgang damit «sehr zugeknöpft».
Erst bei einem Aufenthalt in Mexiko habe er einen Zugang gefunden, dazu Songs zu machen, erzählt der 36-Jährige. Dort hat die Band die Feiern zum Día de los Muertos, dem Tag der Toten, miterlebt. «Das hat uns gezeigt, dass es eben noch einen anderen Umgang mit dem Thema Tod und Sterben gibt, als wir es kennen.»