Die ehrenamtlichen Naturschützer in Sachsen wollen bei ihrem Jahrestreffen am kommenden Samstag vor allem den Feldhamster blicken. Der geschützten Tierart ist der Leitvortrag gewidmet, teilte die Landesstiftung Umwelt und Naturschutz Sachsen (Lanu) mit. Derzeit läuft unter dem Motto «LIFE4HamsterSaxony» im Landkreis Nordsachsen ein Projekt zur Wiederansiedlung des Feldhamsters. Es erstreckt sich über einen Zeitraum von sechs Jahren. 12,2 Millionen Euro werden dafür in die Hand genommen. 75 Prozent davon trägt die Europäische Union, den Rest teilen sich das Land Sachsen, der Zoo Leipzig und der Landkreis Nordsachsen.
Feldhamster gelten als «Architekten unter der Erde»
Feldhamster (Cricetus cricetus) gelten als «Architekten unter der Erde» und leben in einem weit verzweigten Bau. Sie werden bis zu 35 Zentimeter groß und können bis zu 500 Gramm wiegen. Von Oktober bis April halten sie Winterschlaf. Mit den Hamsterbacken besitzen die Tiere natürliche «Einkaufstaschen». Die Backen sind extrem dehnbar und dienen zum Transport von Samen und Körnern für die Vorratskammer im Bau. Bedroht sind die Feldhamster etwa durch intensive Landwirtschaft und Pestizide.
Der Naturschutz unter Mitwirkung von Ehrenamtlern in Sachsen widmet sich in vielfältiger Weise der Fauna und Flora. Das wird auch beim Treffen am Samstag deutlich, das nicht zufällig in Neschwitz (Landkreis Bautzen) stattfindet. Die kleine Ortschaft am Rande des Biosphärenreservats Oberlausitzer Teichlandschaft gilt als Wiege der sächsischen Ornithologie. Heute befindet sich hier unter anderem die Landesvogelschutzwarte.