Kommenden Samstag ist es so weit: In Berlin, Hamburg, Köln und München finden Demonstrationen für erneuerbare Energien statt erneuerbare-energien-verteidigen – organisiert von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis. Seite an Seite wollen Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft demonstrieren: Mieter:innen und Unternehmen, Klimaschützer:innen und das Handwerk. Für saubere Energie, für Unabhängigkeit, gegen fossile Lobbypolitik. Hinter dem Aufruf stehen Organisationen wie Campact, Fridays for Future, Greenpeace, WWF, NABU und Deutsche Umwelthilfe.
Wer ist Katherina Reiche – und was plant sie?
Im Zentrum der Kontroverse steht Katherina Reiche, die seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merz ist. Vor ihrer Ernennung war sie Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, einer Tochtergesellschaft des Energiekonzerns Eon und einem der größten Gasnetzbetreiber Deutschlands.
Die Pläne der vorherigen Regierung, Deutschlands Energieversorgung auf klimaneutrale Quellen umzustellen, hält Reiche für „völlig überzogen". Ihr sogenannter Zehn-Punkte-Plan und die geplante EEG-Novelle sind zum Streitthema geworden. Ende Februar 2026 wurde ein Entwurf des Wirtschaftsministeriums zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bekannt, wonach für neue Photovoltaik-Anlagen bis 25 Kilowatt die feste Einspeisevergütung entfallen soll.
Besonders kritisch ist die geplante Neuregelung beim sogenannten „Redispatch": In besonders belasteten Netzgebieten sollen neu angeschlossene Betreiber keine Entschädigungen mehr erhalten, wenn ihr Strom wegen Netzengpässen nicht weitergeleitet werden kann. Der Spiegel bezeichnete die geplanten Regeln als „einen Energiewende-Stopp durch die Hintertür".