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Kürzungen gefährden Digitalisierung von Kulturgut in Sachsen

Kürzungen gefährden Digitalisierung von Kulturgut in Sachsen
Sammlungen in Sachsen sehen durch finanzielle Kürzungen die Digitalisierung ihrer Bestände in Gefahr. (Archivbild) / Foto: Sebastian Willnow/dpa
Massive Kürzungen könnten die Digitalisierung sächsischer Kulturgüter stoppen. Was das für Forschung, Bildung und die Sicherung von Zeitzeugnissen bedeutet.

Die sächsischen Bibliotheken und Museen sehen sich durch geplante Kürzungen im Doppelhaushalt des Freistaates bei der Digitalisierung von Kulturgütern ausgebremst. Mit den im Etatentwurf veranschlagten Mitteln sei eine umfassende Digitalisierung weiterer historischer Dokumente und Filme nicht möglich, erklärte Katrin Stump, Generaldirektorin der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB). Bei der Digitalisierung des kulturellen Erbes wäre man somit auf sich gestellt.

Sammlungen können sich teure Einzellösungen nicht leisten

«Statt einer etablierten zentralen Infrastruktur müssten teurere Einzellösungen her, die sich gerade viele Einrichtungen und Akteure im ländlichen Raum nicht leisten können. Insbesondere beim audiovisuellen Erbe besteht zudem die Gefahr, dass bedeutende Zeitzeugnisse aufgrund des drohenden Materialzerfalls für immer verloren gehen, wenn wir sie nicht in den kommenden Jahren digitalisieren», argumentierte Stump.

Ein Teil der Bestände ist bereits digitalisiert 

Sachsen unterstützt die Digitalisierung der Bestände von Einrichtungen mit einem Programm für Wissenschaft und Kultur und einem Programm zur Sicherung des audiovisuellen Erbes in Sachsen. Regie führt dabei die SLUB. Ihren Angaben zufolge wurden bereits mehr als 18 Millionen Textseiten und Bilder sowie über 110.000 Spielminuten Ton- und Filmaufnahmen weltweit zugänglich gemacht. Allein 2025 habe es rund sechs Millionen Zugriffe auf die sogenannten Digitalisate gegeben. Damit soll das kulturelle Erbe Sachsens digital gesichert werden und auch international sichtbar sein.

Originaldokumente sind vom Zerfall bedroht

Aus zahlreichen Einrichtungen und Privatsammlungen konnten in den vergangenen Jahren bedeutende Zeitzeugnisse wie historische regionale Tageszeitungen und Wochenschauen sowie Texte, Fotografien und Filmmaterial zur sächsischen Industrie-, Sport-, Musik- und Alltagskultur digitalisiert werden, hieß es. Die oft von natürlichen Zerfallsprozessen bedrohten Medien würden durch die Digitalisierung nicht nur für kommende Generationen bewahrt, sondern zum Teil erstmals öffentlich nutzbar gemacht. 

Museen wollen ihre Schätze digital sichtbar machen

«Ohne das Landesdigitalisierungsprogramm wären unsere Schätze nicht so sichtbar und vor allem nicht nutzbar. Das kann ein einzelnes Museum kaum leisten, und unser kleines Haus schon gar nicht», betonte Daniela Simon vom Deutschen Stuhlbaumuseum in Rabenau. Erst seit man den Bestand in digitalen Formaten zeigen könne, hätten sich Möbel- und Designexperten, Sammler, Wissenschaftler, Schriftsteller und Museumsfachleute an das Museum gewandt, um mit den erfassten Daten arbeiten zu können. Digitale Sichtbarkeit habe für das Museum einen Stellenwert wie das Bewahren der Objekte selbst.

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