Die Stimmgabel und Handschriften des Komponisten: Carl Maria von Weber (1786-1826) wird in diesem Jahr an seiner früheren Wirkungsstätte Dresden gebührend gewürdigt. 200 Jahre nach dem Tod (5. Juli) des einstigen Hofkapellmeisters sind viele Veranstaltungen geplant. Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) - macht jetzt den Anfang. Die Ausstellung «Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper» zeigt auch originale Dokumente des Musikers, der als Wegbereiter der Oper in Deutschland gilt. Die Schau ist ab Mittwoch im Buchmuseum der SLUB zu sehen hat bis 6. Juni geöffnet.
Weber gilt als Wegbereiter der deutschen Oper
Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) sagte: «Der 200. Todestag Carl Maria von Webers bietet Anlass, sein musikalisches Erbe in Dresden aus neuen Perspektiven zu entdecken.» Die Ausstellung der SLUB rücke Weber über den 'Freischütz' hinaus als Wegbereiter der deutschen Oper in den Fokus und mache mit einzigartigen Originalexponaten seine Dresdner Wirkungszeit unmittelbar erfahrbar.
Semperoper-Intendantin Nora Schmid bezeichnete die Exposition als «einzigartiges Fenster in Dresdens musikalische Geschichte». «Carl Maria von Weber prägte die Dresdner Oper als Komponist, Dirigent, Impulsgeber der romantischen Oper und Kulturmanager so nachhaltig, dass sein Schaffen in Dresden auch heute noch unvermindert spürbar ist.»
Weber-Opern wurden nicht in Dresden uraufgeführt
Weber kam 1817 als Kapellmeister an das Dresdner Hoftheater und wirkte hier bis zu seinem Tod. «Parallel zu seiner Tätigkeit als Dirigent verfolgt Weber die Entwicklung eines neuartigen Opernkonzepts. 'Der Freischütz' gilt schließlich als erste 'deutsche Nationaloper'», erklärte Kuratorin Andrea Hammes. Dass Weber keine Oper zur Uraufführung in Dresden brachte, habe unter anderem an der unzureichenden Qualität des hiesigen Sängerpersonals gelegen. «Der Freischütz» kam zuerst 1821 in Berlin auf die Bühne, im Jahr darauf in Dresden.
Manuel Gervink, Erster Vorsitzender der Internationalen Carl Maria von Weber-Gesellschaft, erinnerte daran, dass nicht nur «Der Freischütz» andernorts die Uraufführung erlebte. «Die 'Euryanthe' war für Wien, der 'Oberon' für London, wo Weber auch starb – und erst Richard Wagner konnte 18 Jahre nach Webers Tod seine sterblichen Überreste nach Dresden überführen lassen.» Dennoch könne sich Dresden als «Weber-Stadt» bezeichnen.