Beim Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Dresdner Residenzschlosses ist ein weiteres Kapitel abgeschlossen. Mit dem Ballsaal und dem Propositionssaal bekommt das Schloss zwei prunkvolle Räume zurück. Am Freitag wurden sie den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) zur Nutzung übergeben. Sie sollen ab April Teil der neuen Dauerausstellung mit dem Titel «Masken und Kronen. Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof» sein.
Schloss war vier Jahrzehnte lang offene Kriegswunde im Stadtbild
Gut 40 Jahre lang lag das Schloss als ausgebrannte Ruine im Herzen der Stadt - als offene Kriegswunde und gleichzeitig als Mahnung, sagte Piwarz. Noch zu DDR-Zeiten sei die Entscheidung getroffen worden, das Schloss wieder aufzubauen. «Der Wiederaufbau der benachbarten Semperoper gab schließlich den entscheidenden Anstoß und vor allem den Mut, auch das Schloss wieder auferstehen zu lassen.» Damit habe man die Jahrhunderte alte Schloss- und Landesgeschichte weitergeschrieben und ihr ein eigenes Kapitel hinzugefügt.
SKD-Chef: Wiederaufbau ist Vertrag für nächste Generationen
SKD-Generaldirektor Bernd Ebert bedankte sich bei den Bauherren und allen Geldgeber, bei den Architekten und allen Gewerken. «Es war ein Kraftakt über die letzten Jahrzehnte und letztlich ein Vertrag für die nächsten Generationen, denn für diese Generation gilt es, dieses Schloss zu erhalten und unsere Kunstwerke - das kulturelle Herbe des Freistaates - in bestmöglicher Weise auch zu präsentieren.» Erstmals seit dem Krieg werde dem Publikum die Raumfolge im zweiten Obergeschoss wieder vollständig zugänglich sein.
Die Rekonstruktion der beiden Säle orientiert sich am historischen Umbau der Jahre 1838 bis 1854, der durch Archiv- und Bauunterlagen gut dokumentiert ist. Auf die Wiederherstellung der früheren Vergoldungen an Decken und Wänden sowie der monumentalen Gemälde wurde bewusst verzichtet.