Meine Entscheidung kurz vor der Bundestagwahl unangemeldet für einen Termin ins Bürgerbüro zu gehen, war wohl nicht die beste.
Das Bürgeramt in der Altstadt Dresdens war gut zu finden. Ich lief quietschvergnügt am Schauspielhaus vorbei, beobachtete Menschen und hatte zuvor einige schöne Telefonate geführt, die meine Stimmung erhellt hatten. Ich fühlte mich also gut und genoss die körperliche Bewegung bei diesem tollen Wetter.
Ich schaute auf die Tafel: 269 zeigte sie an! Ich las kurz die Anzeige auf dem Automaten, der Nummern verteilte und drückte auf den Knopf! Ich blickte auf meinen Zettel: 357! 357, dachte ich. Im Ernst? Naja, was soll’s.
Der Blick auf mein Handy verriet mir: nur noch 6 % Akku. (Als ich 10 Minuten später darauf blickte, war es noch 1 %! Irgendetwas stimmte da nicht.) Ein Buch hatte ich leider auch nicht dabei, mein Laptop würde ohne Ladekabel nicht mehr lang halten und die Suche nach einer Steckdose begann ich in einer öffentlichen Einrichtung dieser Art gar nicht erst. Also hechtete ich wenigstens zu einem eben frei gewordenen Platz.