Mit einem Tag der Nachbarsprachen soll am Dienstag in Löbau auf das besondere Potenzial in Grenzregionen aufmerksam gemacht werden. In der Oberlausitz etwa bestehe die Chance, «slawische Sprachen von klein auf im authentischen Umfeld zu erlernen», sagte die Leiterin der Sächsischen Landesstelle für nachbarsprachige Bildung, Regina Gellrich. Neben Polnisch, Tschechisch und Sorbisch sei nun sogar Ukrainisch hinzugekommen. «Mehrsprachigkeit passiert im Alltag und ist längst Normalität.»
Nach Angaben von Gellrich gibt es in den sechs Landkreisen entlang der sächsischen Grenze zu Tschechien und Polen sowie in der Stadt Dresden derzeit 75 Kindertagesstätten, die Mädchen und Jungen aktiv an Nachbarsprachen heranführen. Dies geschehe beispielsweise mit gezielten Lernangeboten durch sprachlich geschultes Personal, mancherorts sogar durch Muttersprachlerinnen. Ein großer Teil der engagierten Kitas pflege auch eine Partnerschaft zu einer Einrichtung jenseits der Grenze und organisiere regelmäßig Begegnungstage für die Kinder. Als Vorreiter steche der Landkreis Görlitz mit Kontakten und Angeboten heraus, was sich auch im schulischen Bereich fortsetze.