Der Sächsische Städte- und Gemeindetag (SSG) lehnt das von der Regierungskoalition in den Landtag eingebrachte Kita-Moratorium auch mit Verweis auf die finanzielle Lage der Kommunen entschieden ab. Frühkindliche Bildung sei eine der wichtigsten und kostenintensivsten kommunalen Aufgaben. «Aber wenn die Anzahl der zu betreuenden Kinder deutlich zurückgeht, und das wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, muss auch die Anzahl der Beschäftigten in den Kitas angepasst werden», sagte Präsident Bert Wendsche. «Zusätzliche sozialpolitische Leistungen sind unter den gegenwärtigen Bedingungen für die Kommunen schlichtweg nicht finanzierbar.»
Nach Angaben des SSG tragen die Kita-Betriebskostenzuschüsse des Landes nur zu gut einem Drittel zu deren Finanzierung bei, die Kommunen einschließlich der Landkreise rund 50 Prozent. Auch die Eltern müssten rund 15 Prozent über Entgelte aufbringen. Mit dem geplanten Einfrieren des Landeszuschusses trotz sinkender Kinderzahlen und der Verpflichtung der Kommunen, das Kita-Personal im bisherigen Umfang weiter zu beschäftigen, erhöhten sich die Kosten je Kind - auch für Eltern zumindest in den Folgejahren.