Sachsens Kitas gehören zu den Schlusslichtern im bundesweiten Vergleich: Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung gab es 2024 für eine optimale Betreuung zu wenig Erzieherinnen und Erzieher in den Betreuungseinrichtungen im Freistaat. 84 Prozent der Einrichtungen haben weniger als 60 Prozent des empfohlenen Personals.
Nach Ansicht von Susanna Karawanskij, Präsidentin des Volkssolidarität-Bundesverbands, ist die Situation ostdeutscher Kitas ambivalent: «eine schlechte Fachkraft-Kind-Relation bei gleichzeitig hoher fachlicher Qualität des Personals», heißt es in einer Mitteilung des Trägers, der nach eigenen Angaben 390 Einrichtungen im Osten betreibt. Das Personal leiste «gute pädagogische Arbeit», allerdings unter Bedingungen, «die ihr systematisch entgegenstehen».
Kultusminister Clemens: «Ausgangslage in Ostdeutschland anders»
Sachsens Kultusminister Conrad Clemens verweist auf die bisherige Entwicklung: «Bei der personellen Ausstattung haben wir in den letzten Jahren viele Verbesserungen erreicht», so der CDU-Politiker. Nach Ministeriumsangaben sind in den vergangenen zehn Jahren 10.000 Beschäftigte in den Einrichtungen hinzugekommen. «Aber klar ist auch: Die Ausgangslage in Ostdeutschland ist eine andere als in westdeutschen Bundesländern. Das zeigt sich auch in den Studienergebnissen der Bertelsmann-Stiftung», so Clemens.