In sächsischen Kindertagesstätten arbeiten einer Studie zufolge zu wenig Erzieherinnen und Erzieher, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten. 84 Prozent der Einrichtungen haben weniger als 60 Prozent des empfohlenen Personals, wie die Bertelsmann Stiftung in ihrer Studie zur Personalausstattungsquote in Kitas für 2024 festgestellt hat.
Durchschnittlich schneidet Sachsen zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern bundesweit am schlechtesten ab. Lediglich ein Prozent der Kindertagesstätten in Sachsen erfüllt demnach die empfohlene Personalausstattungsquote.
Die Studie zeigt, dass eine hochwertige Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder erst ab dieser Quote realisiert werden kann. Im Durchschnitt stehen sächsischen Kindertagesstätten nur 51 Prozent der nötigen Personalressourcen zur Verfügung, die für eine kindgerechte Bildung und Betreuung erforderlich wären.
Bundesweit haben laut der Analyse für 2024 nur 13,7 Prozent der Kitas eine 100-Prozent-Personalausstattung. Besonders bemerkenswert: In Westdeutschland liegt dieser Wert im Schnitt bei 16,3 Prozent, während es in Ostdeutschland mit Berlin lediglich 2 Prozent sind.
Die Personalausstattungsquote ist ein Indikator, der in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Institut für Familienforschung an der Universität Wien entwickelt wurde. Der Studie zufolge soll er ermöglichen, die Personalsituation in Kitas differenziert anhand der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik abzubilden.
Mehrere Faktoren bestimmen den Personalbedarf
„Ausreichende Personalkapazitäten sind unabdingbar, wenn es um die notwendigen zeitlichen Ressourcen für die individuelle Bildungs- und Entwicklungsförderung des einzelnen Kindes geht“, betont das Studienteam. Ob die vorhandene Anzahl der Mitarbeitenden den Bedarf der Kinder angemessen deckt, hängt unter anderem von der Größe der Kita, dem Alter der betreuten Kinder und deren besonderen pädagogischen Anforderungen ab.
Deshalb haben die Fachleute erstmals nicht nur die reine Anzahl der Erzieherinnen und Erzieher mit der Zahl der betreuten Kinder und deren Alter ins Verhältnis gesetzt. Sie berücksichtigten auch die Zahl der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache oder einer körperlichen, geistigen oder (drohenden) seelischen Behinderung in einer Kita, die eine intensivere Begleitung benötigen.
Der Studie zufolge sprechen in Sachsen in 13 Prozent der Einrichtungen mehr als ein Viertel der Kinder in der Familie nicht Deutsch. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Einrichtungen wird zudem von Kindern mit Eingliederungshilfe besucht.
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