Ob Demenz, künstlicher Darmausgang oder Diabetes: Anna Telle kennt sich mit ganz unterschiedlichen Krankheitsbildern aus. Dabei ist die 20-Jährige noch in der Ausbildung. Nachdem sie allerdings im Juni den deutschen Meistertitel in der Pflege erkämpft hat, greift sie nun bei den «World Skills» - der Weltmeisterschaft der Berufe - Mitte September in Lyon international nach Gold. Um bestens vorbereitet zu sein, absolviert die junge Frau derzeit in Chemnitz ein intensives Trainingsprogramm unter den strengen Augen ihres Bundestrainers Marcus Rasim.
Telle streift sich blaue Handschuhe über, ihre lockigen Haare hat sie zusammengebunden. Mit einem Lächeln tritt sie an die Patientin heran, im Training gemimt von einer Kollegin. Eine sogenannte Stomaversorgung steht auf dem Programm. Im Fallbeispiel ist der Patientin nach einer Darmkrebs-Diagnose ein Teil ihres Darms entfernt worden, sodass der Kot nun über einen künstlichen Ausgang abgeleitet wird.
«Man muss hier sehr sensibel herangehen», erklärt sie. Denn für Patienten sei das ein sehr unangenehmes Thema. Neben dem Wechsel des Beutels sowie Wundversorgung gehe es auch um Beratung - etwa dazu, was bei der Ernährung zu beachten sei. Und das nicht in ihrer Muttersprache, sondern in Englisch.