In Sachsen wird über das komplette nächste Schuljahr die Arbeitszeit von Lehrkräften genau untersucht. Eine solche «grundhafte» repräsentative Analyse sei bundesweit einmalig, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Mittwoch in Dresden. Das beauftragte Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos AG hat dafür insgesamt 4100 verbeamtete und angestellte Lehrkräfte mit verschiedenen Arbeitszeitmodellen in einer flächendeckenden Stichprobe über alle Arten öffentlicher Schulen ausgewählt. Das entspricht etwa 15 Prozent der Lehrerschaft, wie Projektleiterin Kristina Stegner sagte. Auch 410 Schulleitungen beteiligten sich.
Unterrichten spiegele nur den sichtbaren Teil der Lehrerarbeitszeit wider, sagte Piwarz. Der Rest, wie Zeit für Vor- und Nachbereitung oder anderes, liege in einer «Black Box», in die nun Licht gebracht werden solle. «Wir wissen nicht hundertprozentig, wie es ist, haben nur Vermutungen und Annahmen aus Gesprächen mit Lehrkräften.» Es gehe darum, Ressourcen auszumachen und Arbeitsabläufe zu verbessern. Die Frage sei etwa, ob alles, was die Lehrer tun, auch von einem Lehrer getan werden müsse oder ob das auch jemand anderes machen könne.