Ein Bündnis aus Gewerkschaft, Eltern- und Schülerräten und der Gymnasiallehrer-Vereinigung hat den flächendeckenden Ausbau von Schulsozialarbeit in Sachsen gefordert. «Medienkonsum, Gewaltbereitschaft, Mobbing und Stress bei Kindern und Jugendlichen nehmen seit Jahren zu», sagte der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen, Burkhard Naumann, laut Mitteilung vom Donnerstag. «Wir fordern einen schrittweisen Ausbau an allen allgemeinbildenden Schulen bis 2030 mit einer soliden Finanzierung durch das Land sowie zusätzliche Mittel für Schulen mit besonderen Herausforderungen.»
Nach Angaben der GEW ist Schulsozialarbeit derzeit ausschließlich an Ober- sowie Gemeinschaftsschulen in Sachsen gesetzlich festgeschrieben. Der Ausbau an den weiterführenden Schulen stagniere seit 2019 bei 40 Prozent. Landesweit gebe es etwa 640 Vollzeitstellen dafür - das Bündnis verlangt rund 1300 Vollzeitstellen bis 2030.
Sozialministerin Petra Köpping äußerte sich am Donnerstag in ihrer Eigenschaft als Spitzenkandidatin der SPD für die Landtagswahl am 1. September zu dem Thema: «Schulsozialarbeit wird an allen Schulen gebraucht. Für die Oberschulen steht sie seit sieben Jahren im Schulgesetz.» Sie unterstütze die Forderung, Schulsozialarbeit in allen Schulen gesetzlich zu verankern. Nur mit einer solchen Pflicht ließen sich die nötigen Gelder beim Finanzminister durchsetzen. «Schule braucht Verlässlichkeit, deshalb sind langfristige finanzielle Mittel so wichtig.»