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ALSO los! Alternatives Lehramtsprakti­kum an Schulen in Ostsachsen geht in die dritte Runde

An einem großen Tisch sitzen vier Schülerinnen und Schüler. Ein Mädchen schreibt in ihr Lerntagebuch. Eine junge Frau ist auf Augenhöhe mit den Kindern mit am Tisch.
TU Dresden
Nach den Herbstferien beginnen 60 Lehramtsstudierende der TU Dresden das semesterbegleitende Schulpraktikum an sechs Schulen in Ostsachsen. Sie verbinden Praxiserfahrung und Studijob, wachsen so eng begleitet in den Lehrberuf hinein - und können etwas gegen den Stundenausfall vor Ort bewirken. Entwickelt wurde das neue Lehramtspraktikum im Schulversuch Universitätsschule Dresden.

Nach den Herbstferien beginnen 60 Lehramtsstudierende der TU Dresden das semesterbegleitende Schulpraktikum an sechs Schulen in Ostsachsen. Im Rahmen des Projekts ALSO - Alternatives Lehramtspraktikum an ausgewählten Schulen in Ostsachsen begleiten sie im Team ihre fünfte Klasse bis zum Ende des Schuljahres jede Woche an einem gemeinsamen Lerntag. Den Studierenden ermöglicht das Format eine frühe und intensive Theorie-Praxis-Verzahnung im Lehramtsstudium. An den teilnehmenden Schulen, die von hohem Stundenausfall betroffen sind, unterstützen die zukünftigen Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler beim Lernen vor allem in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe.

Fachunterricht jetzt auch im semesterbegleitenden B-Praktikum  

Im Schuljahr 2026/27 ist für Studierende, die bereits ein ALSO-Praktikum A mit dem Fokus auf Classroom Management absolviert haben, auch das B-Praktikum semesterbegleitend möglich. Sie sind Teil des ALSO-Klassenteams und halten im Schuljahresverlauf ihre ersten Unterrichtstunden im Fachunterricht in einer anderen Klasse. Die Schulen in den Gemeinden Malschwitz und Seifhennersdorf knüpfen an die Erfahrung aus dem vergangenen Schuljahr an, Görlitz, Löbau und Neusalza-Spremberg nehmen bereits zum dritten Mal Nachwuchslehrkräfte auf. Neu ist in diesem Herbst der Standort Oppach in der Oberlausitz mit einer Grundschule.

Im Schuljahr 2026/27 nehmen sechs Schulen in den ostsächsischen Landkreisen Görlitz und Bautzen am Projekt Alternatives Lehramtspraktikum (ALSO) teil. © TU Dresden

Fehlende Planungssicherheit führt zu geringeren Teilnehmerzahlen

Den Rückgang der Studierendenzahlen und teilnehmenden Schulen erklärt das Projektteam mit organisatorischen Schwierigkeiten. Am Beginn des Sommersemesters im April 2026 – zu diesem Zeitpunkt orientieren sich die Lehramtsstudierenden üblicherweise für die kommenden Praxisphasen – konnte die Abstimmungen zur Finanzierung für das Schuljahr 2026/27 mit dem Land Sachsen noch nicht finalisiert werden. Somit konnte das ALSO-Team die Bewerbung des Projektes noch nicht starten.

Begleitet in den Lehrberuf hineinwachsen

An der TU Dresden werden die Studierenden im ALSO-Projektteam um die Initiatorin Prof. Dr. Anke Langner in verschiedenen Formaten begleitet und angeleitet. Ihre Praxiserfahrung reflektieren sie in Coachings per Videokonferenz und an den Präsenztagen direkt im Anschluss an den Einsatz in ihren 5. Klassen mit Projektmitarbeiterin Katja Kuritz. Als abgeordnete Lehrkraft an der Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Inklusive Bildung (EWIB) gestaltet sie das neue Praktikumsformat an der TU Dresden maßgeblich mit. Ergänzt werden die Coachings durch ein studentisches Peer-Format, die Kollegiale Fallberatung (KFB).

Auch für die Prüfungsleistung ist ein neues Format möglich: Persönliche Einblicke in die Praktika geben die Studierenden selbst in Podcasts. Hier zeigen sie beeindruckend tiefe Reflexionen ihrer Praxiserfahrung. Eine Auswahl der ALSO-Podcasts findet sich in den Projektpublikationen.

Transfer aus dem Schulversuch Universitätsschule Dresden

Die Entwicklung und erste Erprobung des semesterbegleitenden Schulpraktikums seit 2022 an der Universitätsschule Dresden war möglich durch den Status als Schulversuch. Von diesen Erfahrungen profitieren im Transferprojekt aus dem Schulversuch seit dem Schuljahr 2024/25 die teilnehmenden Studierenden und Schulen im ländlichen Raum. Wissenschaftlich begleitet und weiter entwickelt wird ALSO an der TU Dresden durch die Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Inklusive Bildung (EWIB).