Mehr als 2.100 Unternehmen in Sachsen beschäftigen keine Menschen mit Behinderung, obwohl sie dazu verpflichtet wären. Bei Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten sei das etwa jeder Vierte, informierte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Weitere rund 36 Prozent würden die Vorgabe nur zum Teil erfüllen. Dabei seien diese Menschen oft gut qualifiziert, sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen. «Menschen mit Behinderung sind in Sachsen ein wichtiges Fachkräftepotenzial - gut ausgebildet, motiviert und in vielen Branchen längst unverzichtbar.»
Betriebe mit 20 und mehr Mitarbeitern sind den Angaben nach verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten oder ihnen Gleichgestellten zu besetzen. Das seien in Sachsen etwa 8.860 Betriebe, hieß es. Dafür gibt es Unterstützungsangebote - vom Eingliederungszuschuss über Zuschüsse für erforderliche Technik am Arbeitsplatz bis hin zur Möglichkeit der Probebeschäftigung. Doch laut Hansen sind nach wie vor häufig Vorurteile eine große Hürde, warum Unternehmen keine Menschen mit Behinderungen einstellen.