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Peer Gynt: Henrik Ibsens Geistertanz mit Puppen feiert im Burgtheater Bautzen Premiere

Peer Gynt: Henrik Ibsens Geistertanz mit Puppen feiert im Burgtheater Bautzen Premiere
Foto: Roman Koryzna / Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen
Від: Uwe Tschirner
Henrik Ibsens „Peer Gynt“ kehrt als vielschichtiger Geistertanz mit Puppen, Objekten und Live-Musik auf die Bühne zurück. Frank Soehnle verwandelt das Werk in einen poetischen Fiebertraum zwischen Wirklichkeit und Erinnerung.

Ein Klassiker zwischen Traum und Wirklichkeit

Vor 150 Jahren gelangte Henrik Ibsens dramatisches Gedicht „Peer Gynt“ erstmals auf die Theaterbühne. Das Werk gilt bis heute als eines der vielschichtigsten Stücke der Weltliteratur: satirisch und grotesk, surreal und phantastisch, zugleich tief in mythischer Symbolik verwurzelt. Im Burgtheater wird dieser „nordische Faust“ nun als Geistertanz mit Puppen gezeigt.

Regisseur Frank Soehnle nähert sich dem Stoff mit Puppen, Objekten und Live-Musik als einem Fiebertraum, in dem Erinnerungen, Visionen und Vergangenheit ineinanderfließen. Szenen erscheinen wie aufblitzende Bilder, Figuren treten aus dem Nebel hervor und verschwinden wieder. So entsteht ein Theaterabend, in dem Erhofftes und Erlebtes, Traum und Wirklichkeit kaum zu trennen sind.

Peers Weg durch Schuld, Flucht und Selbstsuche

Im Mittelpunkt steht der 20-jährige Peer Gynt, Sohn einer verarmten Bauernfamilie im norwegischen Gudbrandstal. Als Außenseiter und Träumer wird er verspottet, doch seit seiner Kindheit entkommt er der bedrückenden Realität mit erfundenen Geschichten. Als sich diese Fantasien plötzlich mit dem wirklichen Leben zu vermischen scheinen, beginnt ein turbulenter Weg voller Verführungen und Irrwege.

Peer raubt eine reiche Braut und wird beinahe zum König der Trolle. Später sucht er in der großen Welt nach Macht, Sinn und einem eigenen Selbstbild. Doch je mehr er sich von Ort zu Ort, von Rolle zu Rolle bewegt, desto deutlicher wird seine innere Leere. Die berühmte Zwiebel-Szene bringt das auf den Punkt: Viele Schichten, aber kein Kern.

Am Ende kehrt Peer verarmt nach Norwegen zurück und muss sich seiner Vergangenheit stellen. Nur die Erinnerung an Solvejg, seine große Liebe, bleibt als Gegenpol zu seinem rastlosen Leben bestehen. Gerade in dieser Mischung aus Fantasie, Scheitern und Sehnsucht liegt die anhaltende Faszination des Stücks.

Frank Soehnles Inszenierung im Burgtheater

Für die Inszenierung zeichnet Frank Soehnle verantwortlich. Bühne und Kostüme stammen von Tim Heilmann, die Puppengestaltung von Marieke Chinow und Paul Fenk. Auf der Bühne stehen Isa Hupe, Andreas Larraß, Marharyta Pshenitsyna, Moritz Trauzettel beziehungsweise Marie-Luise Müller und Rodrigo Umseher; am Klavier begleitet Karoline Wernicke.

Die Premiere von „Peer Gynt“ findet am 25. September um 19.30 Uhr im Burgtheater statt. Die nächste Vorstellung folgt bereits am 26. September um 19.30 Uhr.