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Müllermilch will Käserei in Leppersdorf schließen: Grüne fordern Verantwortung

Müllermilch will Käserei in Leppersdorf schließen: Grüne fordern Verantwortung
Foto: Benjamin Jenak
Sachsenmilch will die Käserei in Leppersdorf schließen, rund 150 Beschäftigte sind betroffen. Die BÜNDNISGRÜNEN verlangen jetzt klare Verantwortung für die Mitarbeitenden und die regionale Landwirtschaft.

Schließung trifft Beschäftigte und Region

Nach aktuellen Medienberichten plant Sachsenmilch am Standort Leppersdorf die Schließung der Käserei. Das Unternehmen gehört zur Müllermilch-Gruppe. Betroffen sind nach Angaben aus dem Landkreis Bautzen rund 150 Beschäftigte, die nun um ihre berufliche Zukunft bangen müssen.

Franziska Schubert, Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, stellt sich in ihrer Reaktion ausdrücklich an die Seite der Mitarbeitenden. Sie betont, dass die Beschäftigten nicht mit der Unternehmensführung gleichgesetzt werden dürften. Aus ihrer Sicht brauche es nun soziale Verantwortung und verlässliche Perspektiven für die Menschen vor Ort.

Kritik an der Konzernstrategie

Schubert wirft der Unternehmensgruppe Theo Müller vor, bei der geplanten Schließung vor allem wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Die Entscheidung zeige aus ihrer Sicht, dass eine Monopol-Strategie zulasten der Beschäftigten und der Region gehe. Auch der Umgang des Konzerns mit öffentlichen Erwartungen an soziale Verantwortung wird von den Grünen scharf kritisiert.

Zusätzlich verweist Schubert auf die laufenden Verhandlungen zur möglichen Übernahme von Vogtlandmilch. Wer darin ein echtes Interesse an der sächsischen Ernährungswirtschaft gesehen habe, werde nun eines Besseren belehrt, so ihre Einschätzung. Sachsen sei für Müllermilch offenbar vor allem ein Standort mit günstiger Infrastruktur gewesen, nicht aber eine Region, der man sich langfristig verpflichtet fühle.

Folgen für die regionale Landwirtschaft

Die Grünen fordern die Landesregierung auf, den bisherigen Umgang mit der Unternehmensgruppe zu überdenken. Aus ihrer Sicht müsse es weniger um Symbolpolitik und mehr um konkrete Unterstützung für Beschäftigte, Betriebe und regionale Wertschöpfung gehen. Dazu gehöre auch, die Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Verarbeitungsstrukturen in Sachsen stärker in den Blick zu nehmen.

Im Mittelpunkt steht damit nicht nur die Frage nach dem Fortbestand einzelner Arbeitsplätze, sondern auch nach der Zukunft einer regional verankerten Milchwirtschaft. Für die betroffenen Menschen in Leppersdorf bleibt vorerst vor allem Unsicherheit. Politisch wächst der Druck, tragfähige Lösungen zu finden.