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Endlagersuche: Oest und Clemens begrüßen Zurückstellung der Oberlausitz

Endlagersuche: Oest und Clemens begrüßen Zurückstellung der Oberlausitz
Foto: Tobias Koch
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat die Oberlausitz im Endlager-Suchverfahren zurückgestellt. CDU-Politiker Florian Oest und Conrad Clemens sehen darin eine wichtige Chance für Forschung und Strukturwandel.

Oberlausitz aus der Endlagersuche herausgenommen

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am 27. Oktober 2026 die aktuellen Arbeitsstände der repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen veröffentlicht und dabei die Oberlausitz zurückgestellt. Für die Region ist das ein bedeutender Schritt, weil damit ein möglicher Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle vorerst nicht weiterverfolgt wird.

Die Entscheidung wird in der Lausitz mit Erleichterung aufgenommen. Aus Sicht vieler Akteure schafft sie Planungssicherheit und eröffnet neue Perspektiven für Projekte, die auf Forschung, Innovation und langfristige Entwicklung setzen.

Politische Reaktionen aus Bund und Land

Florian Oest, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Forschungsausschuss, spricht von einem wichtigen Signal für die Region. Die Zurückstellung verschaffe der Oberlausitz den nötigen Freiraum für eine Bewerbung um das Einstein-Teleskop. Zugleich verweist er darauf, dass die Region mit dem Ausstieg aus der Braunkohleförderung bereits heute einen Beitrag von nationaler Bedeutung leiste. Besonders geeignet erscheine außerdem der Oberlausitzer Granit als möglicher Standort für ein Observatorium für Gravitationswellen.

Auch Conrad Clemens, CDU-Landtagsabgeordneter aus der Oberlausitz, begrüßt die Entscheidung deutlich. Oberlausitzer Granit sei für vieles gut, aber nicht für ein Atomendlager, so Clemens. Statt Atommüll tief unter der Erde zu lagern, solle die Region künftig tief ins Universum blicken. Mit dem Deutschen Zentrum für Astrophysik sei dafür bereits ein wichtiger Grundstein gelegt worden.

Forschung, Strukturwandel und neue Chancen

Im Hintergrund spielt vor allem die wissenschaftliche Entwicklung der Region eine zentrale Rolle. Das Lausitzer Granitmassiv wird nicht nur von der BGE als möglicher Standort untersucht, sondern wurde bereits vom in Görlitz gegründeten Deutschen Zentrum für Astrophysik als Standort für das geplante Low Seismic Lab identifiziert. Die Fachleute des DZA schätzen die ruhigen geologischen Bedingungen für hochpräzise Messungen als besonders geeignet ein.

Hinzu kommt die Bewerbung der Lausitz gemeinsam mit Sardinien als künftiger Standort des Einstein-Teleskops, eines europäischen Großforschungsprojekts zur Messung von Gravitationswellen. Beide Vorhaben setzen auf ein stabiles, möglichst störungsarmes Gesteinsmassiv. Die Lagerung hochradioaktiver Abfälle in demselben Gebiet gilt deshalb als nicht vereinbar.

Für die Oberlausitz verbindet sich mit der Entscheidung nun die Hoffnung, dass sich der Strukturwandel weiter in Richtung Spitzenforschung und Hightech entwickeln kann.