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Bürgergespräch in Schirgiswalde: Streit um EDEKA dominiert Abend

Bürgergespräch in Schirgiswalde: Streit um EDEKA dominiert Abend
Foto: Landratsamt Bautzen
Beim Bürgergespräch mit Landrat Udo Witschas in Schirgiswalde stand der Einzelhandelsstreit im Oberland klar im Mittelpunkt. Rund 150 Menschen diskutierten offen über Lösungen, Zusammenarbeit und die Zukunft der Region.

Großes Interesse am Bürgergespräch in Schirgiswalde

Beim Bürgergespräch „Auf ein Wort“ mit Landrat Udo Witschas am Donnerstagabend in Schirgiswalde zeigte sich schnell, wie sehr der Einzelhandelsstreit die Menschen im Oberland beschäftigt. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger kamen in die Freiwillige Feuerwehr Schirgiswalde – so viele wie nie zuvor bei der Gesprächsreihe. Wegen des großen Andrangs wurde die Veranstaltung kurzerhand von einem Schulungsraum in die Fahrzeughalle verlegt.

Einzelhandelsstreit im Oberland prägt die Diskussion

Im Mittelpunkt stand der seit Jahren andauernde Konflikt um den geplanten EDEKA-Markt in Schirgiswalde-Kirschau. Die Kommunen Schirgiswalde-Kirschau, Wilthen, Neukirch/Lausitz und Sohland an der Spree bilden einen grundzentralen Verbund, der die Einzelhandelsentwicklung gemeinsam abstimmen soll. Durch den Streit ist diese Zusammenarbeit deutlich belastet.

Landrat Witschas erläuterte die rechtliche Lage und berichtete über mehrere Vermittlungsversuche. Ein erster Kompromiss mit 1.100 Quadratmetern Verkaufsfläche kam nicht zustande. Auch spätere Gespräche blieben ohne Ergebnis. Als praktikablen Weg nannte der Landrat einen neuen Bebauungsplan für einen Markt mit maximal 800 Quadratmetern Verkaufsfläche, für den keine Zustimmung aller Verbundkommunen nötig wäre.

Bürger fordern mehr Einigkeit statt weiterer Blockaden

In vielen Wortmeldungen wurde deutlich, dass die Geduld der Bürgerinnen und Bürger erschöpft ist. Zahlreiche Gäste forderten, die Interessen der Einwohner endlich in den Vordergrund zu stellen. Mehrere Teilnehmer unterstützten ausdrücklich die 800-Quadratmeter-Lösung, weil Schirgiswalde-Kirschau vor allem wieder eine Einkaufsmöglichkeit brauche.

Gleichzeitig wurde die Sorge laut, dass der Streit den Zusammenhalt im Oberland dauerhaft beschädigen könnte. Auch die Bürgermeister warnten vor Folgen für wirtschaftliche Entwicklung, Tourismus und kommunale Zusammenarbeit. 

Weitere Themen: Buslinie, Bahn, Waldwege und Körsetherme

Neben dem Hauptthema wurden weitere Anliegen aus der Region angesprochen. Zur geplanten grenzüberschreitenden Busverbindung nach Šluknov erklärte Jörg Szewczyk, dass noch Genehmigungen und vertragliche Regelungen ausstehen. Bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden–Görlitz stehen vor allem diese Verbindung und ihre Finanzierung im Fokus.

Ein Förster sprach die schlechten Waldwege und die Bedeutung für den Katastrophenschutz an. Zum Abschluss informierte Szewczyk über den Fortschritt bei der Sanierung der Körsetherme. Die Arbeiten laufen, eine neue Baugenehmigung steht kurz bevor, und eine Fertigstellung bis Ende 2029 ist vorgesehen.