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Arbeitsmarkt in Bautzen und Görlitz: Herbst ohne Entlastung

Arbeitsmarkt in Bautzen und Görlitz: Herbst ohne Entlastung
Foto: Uwe Tschirner
Im Oktober 2026 bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den Landkreisen Bautzen und Görlitz angespannt. Die Arbeitslosigkeit stagniert, während die Zahl offener Stellen weiter sinkt.

Arbeitsmarkt in der Oberlausitz bleibt unter Druck

Der Herbst bringt keine Entlastung auf dem Arbeitsmarkt in der Oberlausitz. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen, zu dem die Landkreise Bautzen und Görlitz gehören, blieb die Arbeitslosenquote im Oktober 2026 bei 7,2 Prozent. Mit 19.612 arbeitslos gemeldeten Menschen lag die Zahl leicht über dem Vormonat. Gleichzeitig ging die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeitenden weiter zurück.

Kaum Bewegung bei der Arbeitslosigkeit

Im Vergleich zum September stieg die Zahl der Arbeitslosen um 114 Personen auf 19.612. Für einen Oktober ist das untypisch, da in den Vorjahren oft ein Rückgang zu beobachten war. 989 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit durch eine neue Beschäftigung, deutlich weniger als im Vormonat. Zugleich meldeten sich 1.164 Personen arbeitslos, die zuvor erwerbstätig waren.

Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit um 179 Personen zu. Besonders betroffen sind Jugendliche: Ihre Zahl stieg auf 1.974. Rückgänge gab es dagegen bei den über 50-Jährigen sowie bei den Langzeitarbeitslosen.

Unterschiede zwischen Arbeitsagentur und Jobcentern

Bei der Agentur für Arbeit Bautzen, die unter anderem das Arbeitslosengeld zahlt, waren im Oktober 7.132 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren etwas weniger als im September, aber mehr als vor einem Jahr. In den beiden Jobcentern der Landkreise Bautzen und Görlitz bezogen 12.480 Menschen Leistungen nach der neuen Grundsicherung. Hier gab es zwar einen Anstieg gegenüber dem Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr aber einen leichten Rückgang.

Weniger Stellen und längere Vakanzzeiten

Die Unternehmen meldeten im Oktober 2026 nur 663 neue sozialversicherungspflichtige Stellen. Das ist der zweitniedrigste Oktoberwert seit Beginn der Statistik im Jahr 2007. Der Stellenbestand lag bei 4.023 offenen Positionen. Besonders auffällig: Die gemeldeten Stellen blieben im Schnitt 185 Tage offen, also deutlich länger als im Vorjahr. Das spricht für einen schwieriger passenden Bewerbermarkt und eine weiterhin vorsichtige Personalplanung der Betriebe.

Die meisten offenen Stellen gibt es derzeit in der Zeitarbeit, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Vor allem für Fachkräfte bleibt die Suche anspruchsvoll.

Mehr Weiterbildung und verhaltene Kurzarbeit

Weil Qualifikationen und Stellenprofile oft nicht zusammenpassen, nehmen derzeit mehr Menschen an geförderten Weiterbildungen teil. Auch das Thema Kurzarbeit spielt weiterhin eine Rolle, wenn auch in begrenztem Umfang. Im September meldeten 17 Unternehmen Kurzarbeit für 269 Beschäftigte an. Hochgerechnet beantragten im Juni 2026 37 Betriebe Kurzarbeitergeld für 661 Beschäftigte. Das ist deutlich weniger als im Vorjahr.

Insgesamt zeigt sich damit ein Arbeitsmarkt, der in den Landkreisen Bautzen und Görlitz auch im Oktober 2026 schwach bleibt: wenig Dynamik, weniger neue Stellen und weiterhin spürbare strukturelle Anpassungsprobleme.