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Zwickauer Forscher bauen den Paket-Zusteller der Zukunft

Noch ist es eine Visualisierung – doch die Nachwuchsforschergruppe LATTICE der WHZ Zwickau will das selbstfahrende Zustellfahrzeug zur Realität machen.
Eine Visualisierung zeigt Varianten für die automatisierten Fahrzeuge. Bis 2028 wollen Forschende der WHZ Zwickau autonome Paketroboter entwickeln. © WHZ/A. Tzschoppe
Von: Wissensland
Pakete, die sich selbst zustellen? An der Westsächsischen Hochschule Zwickau arbeiten Forschende genau daran. Das Projekt LATTICE entwickelt selbstfahrende Transportfahrzeuge, die Pakete autonom in Wohngebiete bringen und Empfänger per App informieren. Bis 2028 soll die Lösung auf dem Zwickauer Kornmarkt vorgeführt werden.

Viele Millionen Pakete werden jeden Tag in Deutschland versendet. Ihre Zustellung allerdings ist aufwendig. Immer größere Sendungen, Personalmangel und steigender Kostendruck bringen Paketdienste an ihre Grenzen. An der Westsächsischen Hochschule Zwickau arbeiten Forschende deshalb an einer Lösung, die die Zustellung auf der sogenannten „letzten Meile“ automatisieren soll.

Seit Ende 2025 ist an der WHZ Zwickau die Nachwuchsforschergruppe LATTICE am Werk. Ausgeschrieben steht das für „Last Urban Autonomous Logistics". Hinter dem langen Namen steckt eine konkrete Idee: Eine selbstfahrende Transportstation holt Pakete aus einem Verteilzentrum und bringt sie selbstständig in die unmittelbare Nachbarschaft der Empfänger. Diese werden per Smartphone informiert und können ihre Sendung zu einem festgelegten Zeitpunkt abholen. Das System soll Zusteller bei der körperlich anstrengenden Arbeit entlasten, besonders angesichts immer größerer und schwererer Pakete.

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Viele Köpfe, ein Ziel

"Vor einigen Jahren haben Zusteller vorwiegend Briefe ausgeliefert. Diese waren klein und leicht und ein Zusteller konnte viele Briefe auf einmal ausfahren", erklärt Projektleiter Prof. Rick Voßwinkel von der Fakultät Kraftfahrzeugtechnik. "Heute haben wir es oft mit großvolumigen und auch schweren Paketen zu tun. Das macht die Arbeit körperlich anstrengend und erhöht den Personal- und Kostendruck in der Branche enorm."

Das Projekt ist bewusst interdisziplinär angelegt. Neben der Kraftfahrzeugtechnik sind die Fachbereiche Informatik, Logistik, Kunststofftechnik und Mathematik beteiligt. Insgesamt arbeiten sechs Professoren und sieben Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Vollzeit an LATTICE.

Neben der Entwicklung der autonomen Transportstation müssen auch eine digitale Infrastruktur, Lösungen für Tourenplanung und Wegeoptimierung sowie ein tragfähiges Geschäftsmodell entstehen. Ziel ist es, eine technisch und wirtschaftlich praktikable Lösung für die sogenannte „letzte Meile“ zu entwickeln. Damit bezeichnen Logistiker den letzten Abschnitt der Zustellung vom lokalen Verteilzentrum bis zur Haustür oder in die direkte Nachbarschaft der Empfänger.

Live-Test auf dem Zwickauer Kornmarkt geplant

Das Projekt läuft bis Ende Oktober 2028 und wird mit rund einer Million Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus sowie aus Steuermitteln des Freistaates Sachsen gefördert. Geplant ist, die entwickelte Lösung 2028 im Rahmen einer öffentlichen Vorführung auf dem Zwickauer Kornmarkt zu präsentieren.

Voßwinkel betont, dass das Projekt neben der technischen Entwicklung auch langfristige Ziele verfolgt. Durch neue Konzepte für die urbane Logistik könnten Emissionen und Verkehrsaufkommen reduziert und die Lebensqualität in Städten verbessert werden.

Weitere Informationen zur Forschungsgruppe gibt es hier.

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