Viele Millionen Pakete werden jeden Tag in Deutschland versendet. Ihre Zustellung allerdings ist aufwendig. Immer größere Sendungen, Personalmangel und steigender Kostendruck bringen Paketdienste an ihre Grenzen. An der Westsächsischen Hochschule Zwickau arbeiten Forschende deshalb an einer Lösung, die die Zustellung auf der sogenannten „letzten Meile“ automatisieren soll.
Seit Ende 2025 ist an der WHZ Zwickau die Nachwuchsforschergruppe LATTICE am Werk. Ausgeschrieben steht das für „Last Urban Autonomous Logistics". Hinter dem langen Namen steckt eine konkrete Idee: Eine selbstfahrende Transportstation holt Pakete aus einem Verteilzentrum und bringt sie selbstständig in die unmittelbare Nachbarschaft der Empfänger. Diese werden per Smartphone informiert und können ihre Sendung zu einem festgelegten Zeitpunkt abholen. Das System soll Zusteller bei der körperlich anstrengenden Arbeit entlasten, besonders angesichts immer größerer und schwererer Pakete.
Live-Test auf dem Zwickauer Kornmarkt geplant
Das Projekt läuft bis Ende Oktober 2028 und wird mit rund einer Million Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus sowie aus Steuermitteln des Freistaates Sachsen gefördert. Geplant ist, die entwickelte Lösung 2028 im Rahmen einer öffentlichen Vorführung auf dem Zwickauer Kornmarkt zu präsentieren.
Voßwinkel betont, dass das Projekt neben der technischen Entwicklung auch langfristige Ziele verfolgt. Durch neue Konzepte für die urbane Logistik könnten Emissionen und Verkehrsaufkommen reduziert und die Lebensqualität in Städten verbessert werden.
Weitere Informationen zur Forschungsgruppe gibt es hier.