Die Lebenszufriedenheit von Jugendlichen in Leipzig ist zwischen 2015 und 2023 gesunken. Besonders stark fiel der Rückgang bei Mädchen aus. Das zeigt eine neue Studie von Forschenden der Universität Leipzig, des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Leuphana Universität Lüneburg. Der Unterschied bei der Lebenszufriedenheit zwischen Mädchen und Jungen hat sich deutlich vergrößert.
Für die Untersuchung wertete das Forschungsteam Daten der Leipziger Jugendstudie aus. Dafür wurden in den Jahren 2010, 2015 und 2023 insgesamt rund 4.800 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren zu ihren Lebensumständen befragt.
Viele Faktoren spielen eine Rolle
Warum sich diese Unterschiede vergrößert haben, lässt sich laut den Forschenden nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Besonders deutlich zeigte sich die Entwicklung bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Allerdings habe sich die Zusammensetzung dieser Gruppe in Leipzig in den vergangenen Jahren stark verändert.
Während 2010 viele Befragte einen vietnamesischen Familienhintergrund hatten, waren 2023 häufiger Jugendliche mit Fluchtgeschichte oder muslimischem Hintergrund vertreten. Ein Teil der Unterschiede könnte deshalb auch auf Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur zurückgehen.
Hinzu kommt, dass die Befragung 2023 erstmals auf Tablets statt auf Papier durchgeführt wurde. Die Forschenden halten es für möglich, dass die größere Anonymität dazu geführt hat, dass insbesondere Mädchen ihre tatsächliche Zufriedenheit offener angegeben haben.
Darüber hinaus fanden sich Hinweise darauf, dass sich die Unterschiede bei der Zufriedenheit mit Freizeitaktivitäten und mit Freundschaften vergrößert haben. Die Forschenden vermuten, dass die Corona-Pandemie Mädchen in diesen Bereichen stärker belastet haben könnte als Jungen.